Offshore-Briefkastengesellschaft: Google spart zwei Milliarden mit Steuertrick

Über eine Briefkastenfirma und Tochterfirmen in Steueroasen lässt sich viel Geld sparen. Goolge und andere Konzerne wissen das längst.

Google spart 2 Milliarden US-Dollar Steuern (Bild: Eisenhans - fotolia.com)

Google spart durch einen kleinen Finanztrick in diesem Jahr weltweit zwei Milliarden US-Dollar Steuern. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Quelle ist eine Mitteilung des Internetkonzerns über seine Tochterfirmen. So sollen durch eine Briefkastenfirma auf den Bermudas im Geschäftsjahr 2011 knapp zwei Milliarden US Dollar Umsätze geflossen sein. Da es auf den Bermudas keine Umsatzsteuer gibt, konnte Google somit seine Steuern fast halbieren.

In der Praxis verbucht Google beispielsweise Werbeeinnahmen aus England und Frankreich auf eine Tochterfirma in Irland. Diese zahlt die Einnahmen dann offiziell weiter an eine weitere irische Tochterfirma, die ihren Geschäftssitz auf den Bermudas hat. So schafft es Google seinen Steuersatz für Gewinne im Ausland auf 3,2 Prozent zu senken. Google erwirtschaftete 2011 4,1 Milliarden US-Dollar in Großbritannien. Durch die Tochtergesellschaft mit Sitz auf den Bermudas zahlte der Konzern nur 9,6 Milliarden US-Dollar Steuern.

Googles Einfall durch Tochterfirmen mit Sitz im Ausland Steuern zu sparen, ist allerdings kein Einzelfall. Auch Apple und Amazon sind im Laufe des Jahres durch derartige Steuertricks aufgefallen. Durch seinen Geschäftssitz in Luxemburg zahlt Amazon nur sechs Prozent Steuern auf seine Gewinne. Auch Apple zahlte im laufenden Geschäftsjahr gerade einmal 1,9 Prozent Steuern, wohlgemerkt bei einem Jahresgewinn von 36,8 Milliarden US-Dollar. Standorte in Irland, Luxemburg und den britischen Jungferninseln ermöglichen dieses Minimum an Abgaben.