Consumer Electronics: Bitkom: Der Onlinekunde ist König

Mit dem zunehmenden Einfluss des Internets und der IT auf ihren Alltag, bekommen die Verbraucher eine neue Macht an die Hand. Ihre Wünsche geben der Branche zunehmend aktiv vor, welche Innovationen gefragt sind und wie sie ihre Geschäftsmodelle anpassen muss.

(Grafik: Deloitte / Bitkom)

Der Verbraucher auf neuen Wegen: Wie die aktuelle Deloitte-Studie »Die Zukunft der digitalen Consumer Electronics« im Auftrag des Hightech-Branchenverbandes Bitkom zeigt, findet derzeit ein gravierender Wandel im Bereich der Consumer Electronics statt. Während die Hersteller früher einfach Geräte anboten und die Verbraucher sich daraus das gewünschte aussuchen mussten, hat der Kunde in Zeiten von Internet, Start-Ups und Onlineshops immer mehr Macht, seine eigenen Wünsche und Bedürfnisse / Anforderungen einzubringen. Auch die Vergleichs- und Wahlmöglichkeiten durch unzählige Onlineshops verstärken diesen Trend noch weiter.

Einer der Bereiche, in denen sich der Wandel beispielhaft deutlich zeigen lässt, ist der TV-Sektor. Bis Ende des laufenden Jahres wird laut Bitkom jeder vierte Haushalt in Deutschland ein Fernsehgerät mit Anschlussmöglichkeit ans Internet besitzen, bereits in den letzten zwei Jahren hatte sich dieser Wert jeweils verdoppelt. Damit verändern sich nicht nur die Geräte selbst, sondern vor allem auch das Nutzerverhalten, die sich immer aktiv selbst ihre Inhalte und Möglichkeiten aussuchen wollen. Auf einmal spielen nun für Fernsehgeräte Argumente wie die flüssige Steuerung des Browsers mit der Fernbedienung eine wichtige Rolle bei der Kaufentscheidung. »Viele Verbraucher rufen Musik, Filme, Fotos und Spiele aus dem Internet ab. Damit werden sie unabhängig von Zeit, Ort und Gerät. Internetfähigkeit wird für die Unterhaltungselektronik zum Standard«, erklärt Michael Schidlack, Technik-Experte des Bitkom. »So genannte Cloud-Dienste sind mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft angekommen«, so Schidlack.

Besonders beliebt sind bei den Nutzern die Online-Speicherdienste in der Cloud. Über drei viertel legen inzwischen Daten bei solchen Angeboten ab, knapp ein Viertel sammelt dort auch seine Musik und immerhin noch 16 Prozent nutzen inzwischen auch regelmäßig Cloud-Dienste für ihre Videos. Das bedeutet zunehmend einen harten Verdrängungsdruck auf die klassischen Medien: 60 Prozent der Onlinenutzer geben an, auf Speicherscheiben wie DVDs inzwischen ganz verzichten zu können, 50 Prozent halten ausgedruckte Fotos und Papier allgemein für eher überflüssig im Onlinezeitalter. Fast genauso viele könnten dank Internet, Smartphones und Co laut eigener Aussage auch auf gedruckte Zeitungen und Zeitschriften (44 bzw. 48 Prozent), sowie auf Bücher in Papierform (25 Prozent) verzichten.

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