Ice-View: Google geht in die Arktis

Nach den Metropolen dieser Welt wendet sich Google mit seinem Dienst Street View nun auch immer kleineren Projekten zu. So wird derzeit beispielsweise ein abgelegenes Inuit-Dorf in der Arktis mit Kamerafahrrädern aufgenommen.

Per Fahrrad und zu Fuß kartieren die Einwohner derzeit ihr Dorf. (Bild: Google)

Die ganze Welt ist auf Google Street View. Die ganze Welt? Nein, einige weiße Flecken gibt es durchaus noch auf der Weltkarte. Und genau diesen wendet sich das Unternehmen nun zu, nachdem die wichtigsten Städte und Länder der Welt weitgehend mit den berühmten Kameraautos fürs Internet abgelichtet wurden. So berichtet das Unternehmen in seinem Blog etwa von den aktuellen Kamerafahrten in einem verschlafenen Nest der Inuit in der nördlichen Polarregion.

Das Dorf »Iqaluktuuttiaq« in der Einöde der Cambridge Bay des kanadischen Bundesstaats Nunavut zählt nur knapp 1.500 Einwohner. Soweit bekannt ist, hat keiner davon ein eigenes Auto. Die nächste (Klein-)Stadt ist selbst per Luftlinie immerhin über 850 Kilometer entfernt, bis in die Hauptstadt Ottawa sind es mehr als 3000 Kilometer. Normalerweise ist die wichtigste Verkehrsroute die See, viele Forschungsschiffe und Transporte für Forschungsstationen machen hier einen Halt beim Durchqueren der Nordwest-Passage des Arktischen Ozeans.

Angeregt hatte die Street View Aktivitäten ein Einwohner des kleinen Dorfes. Er hofft, die Kultur der Inuit mit den Aufnahmen wieder mehr in die Gedächtnisse der restlichen Welt zurück zu rufen. Allerdings wird es bis dahin noch einige Zeit dauern. Da es in dem Ort kaum Straßen gibt, müssen die Aufnahmen mit den dreirädrigen Fahrrädern gemacht werden, die auch schon an einigen anderen Stellen zum Einsatz kamen. Neu ist auch, dass Google die Bevölkerung direkt an der Erstellung beteiligt: In Kursen werden derzeit einige Bürger darin geschult, die entsprechenden Fotos zu knipsen und mit den nötigen Ortsdaten zu versehen. Auf diese Weise können auch einzelne Höfe und kleine Weiler abgelichtet werden, die abseits des »Ortskerns« liegen.