Korea statt China: Bill Gates fördert die Atomkraft

Microsoft-Gründer Bill Gates arbeitet weiter an den Plänen für eine weniger gefährliche Nutzung der Atomkraft. Nachdem ein entsprechender Reaktorbau in China gescheitert ist, will Gates das Projekt jetzt in Südkorea umsetzen.

Bill Gates treibt seine Pläne für eine sicherere Atomkraft weiter voran. (Bild: Microsoft)

Der Multimilliardär und Philantrop Bill Gates arbeitet fieberhaft weiter an seinen Plänen für eine »bessere« Atomkraft. Nachdem sich der Microsoft-Gründer bereits 2010 mit 35 Millionen Dollar am Atomenergieunternehmen »Terra Power« beteiligt hatte, war zunächst geplant, einen Reaktor des neu entwickelten »Travelling Wave Reactor« (TWR, Laufwellenreaktor) Typs in China zu bauen. Nachdem die Gespräche mit der chinesischen Regierung jedoch inzwischen gescheitert sind, war Gates diese Woche nun zu Gesprächen mit den Verantwortlichen in Südkorea, um das Projekt dort zu realisieren. Dabei konnte er eine Vereinbarung mit dem Chef der südkoreanischen Atombehörde Chang Soon-Heung unterschreiben, die das gemeinsame Ziel festhält, in den nächsten Jahren einen TWR für das Land zu entwickeln und möglicherweise auch zu bauen.

Der TWR-Reaktor soll die Sicherheit von neu zu bauenden Meilern durch neue Technologien wesentlich verbessern. So können sie beispielsweise als Brennmaterial »verbrauchte« Brennstäbe aus den üblichen Leichtwasserreaktoren verwenden. Ebenso können abgereichertes oder Roh-Uran und Thorium als Brennmaterial eingesetzt werden. Diese Stoffe bringen sowohl ein weit geringeres Strahlungsrisiko im Falle einer Havarie mit sich, als auch die Eigenschaft, deutlich schwerer zu waffenfähigem Kernmaterial anzureichern zu sein. In der Kritik standen TWR-Reaktoren oft, da die ersten Entwürfe eine unter Umständen sehr gefährliche Natriumkombination als Kühlmittel vorsahen. Inzwischen konnte hier jedoch ein Ersatz auf Sodium-Basis gefunden werden.