Geschäfte bei IT-Dienstleistern wachsen: Cloud-Projekte kommen ins Rollen

Bei IT-Dienstleistern nehmen die Projekte mit Cloud-Technologien zu, die Wachstumsprognosen sind enorm. Die Aktivitäten betreffen meist Private oder Hybrid Clouds und drehen sich um die Erneuerung und den Betrieb der IT von Anwenderunternehmen.

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Die Cloud-Computing-Angebote einschlägiger Hersteller haben an Reife gewonnen, bei den Anwendern ist das Thema inzwischen präsent. IT-Dienstleister bestätigen diesen Megatrend. »Die Zeit des Hypes ist vorbei, die Cloud ist bei den Unternehmen angekommen«, ist sich Tobias Geber-Jauch sicher, der für den britischen IT-Dienstleister Computacenter in Deutschland als Director Solution Architecture and Development sowie CTO Managed Services arbeitet.

In einem weit gefassten Sinn sind mit Cloud Computing alle IT-Leistungen gemeint, die über das Internet erbracht werden. Unterschieden wird zwischen der Nutzung von Rechnern und Speichern (Infrastructure as a Service, IaaS), Entwicklungskapazitäten (Platform as a Service, Paas) sowie Anwendungen (Software as a Service, SaaS). Neben solchen Public Clouds finden Private Clouds vermehrt Interesse, bei denen die unternehmensinternen IT-Ressourcen virtualisiert und den Anwendungen nach Bedarf und möglichst automatisch zugeteilt werden. Die bei Public Clouds übliche Abrechnung nach Verbrauch ist bei Private Clouds bislang selten. Werden Services von Public Clouds eingebunden, spricht man von einer Hybrid Cloud.

Die Cloud-Aktivitäten von Computacenter teilt Geber-Jauch in drei Bereiche ein: Building, Integrating und Providing. In der Rolle als Builder unterstützt der Dienstleister Unternehmen beim Aufbau privater Clouds. Als Integrator macht er SaaS-Angebote in der vorhandenen ITK-Landschaft des Kunden nutzbar. Als Cloud Provider bietet Computacenter vor allem Managed Services an, wobei der Übergang zum traditionellen Outsourcing fließend ist.

»Cloud Computing ist der wichtigste IT-Trend der Zeit«, stimmt Rudolf Hotter ein, COO bei dem Münchner IT-Dienstleister Cancom. Seit zwei Jahren gibt es bei Cancom eine Tochtergesellschaft für Cloud Computing, in der rund 80 Mitarbeiter beschäftigt sind. Unterstützt werden sie bei Bedarf durch weitere Fachkräfte aus dem Konzern, der knapp 2000 Angestellte hat und überwiegend im deutschsprachigen Raum agiert. »Gegenwärtig trägt das Cloud-Geschäft 15 bis 20 Prozent zu unserem Ergebnis bei«, gibt Hotter gegenüber CRN kund. Mittelfristig erwartet er starkes Wachstum in diesem Bereich. Bislang hat Cancom rund 50 Cloud-Projekte durchgeführt, 50 weitere sind in der Pipeline.

Für Hotter gehört zu einer Cloud neben Virtualisierung auf jeden Fall Automatisierung, durch die bei Bedarf IT-Ressourcen für ausgewählte Lasten hinzugenommen werden. Definierendes Merkmal einer Cloud ist für ihn, dass sich unterschiedliche Anwendungen die IT-Ressourcen teilen können. Wichtig sei für einen wirtschaftlichen Betrieb außerdem Standardisierung im Sinn einer Reduzierung der Vielfalt bei Rechnern, Betriebssystemen, Datenbanken und Applikationen.