Virtualisierung von Netzwerkkomponenten: VMware kauft den Softwarehersteller Nicira

Der Virtualisierungs- und Cloud-Anbieter VMware übernimmt für 1,2 Milliarden Dollar Nicira, Hersteller einer Softwareplattform zur Virtualisierung von Netzwerken.

Paul Maritz, VMware

Die EMC-Tochter VMware, Marktführer bei der Virtualisierung von Server- und Client-Rechnern, übernimmt den gleichfalls im Silicon Valley ansässigen Softwarehersteller Nicira, der auf die Virtualisierung von Netzwerken spezialisiert ist. Der Preis beträgt 1,2 Milliarden Dollar. Noch-CEO Paul Maritz sieht sein Unternehmen durch diese Akquisition im Bereich des softwaredefinierten Netzwerkens wesentlich gestärkt. Die umfassendere Vision ist die eines softwaredefinierten Rechenzentrums, das die IT-Ressourcen den Anwendungen nach Bedarf automatisch zur Verfügung stellt.

Die Software von Nicira soll ihre Nähe zur Open-Source-Welt und vor allem zur Community des Open Stack für Clouds beibehalten, der von einem Konsortium großer IT-Hersteller getragen wird. Bislang verfügt VMware vor allem über proprietäre Technologien. Die quelloffene Software von Nicira könnte über die Einbeziehung der Netzwerkebene hinaus die Zusammenarbeit mit Virtualisierungs- und Cloud-Technologien anderer Anbieter erleichtern. Außerdem vergrößert VMware durch die Übernahme den Abstand zum Wettbewerber Microsoft.

Allerdings entsteht eine Konkurrenzsituation zu dem bisherigen Netzwerkpartner Cisco, mit dem EMC im Hinblick auf umfassendere Cloud-Lösungen das Joint Venture VCE betreibt. EMC-CEO Joe Tucci sieht jedoch Möglichkeiten, durch die Nicira-Übernahme die Zusammenarbeit mit Cisco sogar zu vertiefen.