Open Source Betriebssysteme: Microsoft unter den 20 Top-Linux-Unterstützern

Jedes Jahr legt die Linux-Foundation eine Liste derjenigen Unternehmen vor, die am meisten zur Weiterentwicklung des Linux-Kernels beigetragen haben. Dieses Jahr gibt es ein besondere Highlight: Erstmals ist auch Microsoft unter den Top 20 Linux-Helfern.

Mit dieser Werbekampagne für Windows 2000 griff Microsoft beispielsweise Linux an. (Bild: Microsoft)

Die Zeiten, als der junge Microsoft-Chef Steve Ballmer das Open Source Betriebssystem Linux als »Krebsgeschwür« bezeichnete, das am besten ausgemerzt gehöre, sind zum Glück vorbei. Inzwischen ist sein Unternehmen, das mit Windows das erfolgreichste Betriebssystem aller Zeiten im Portfolio hat, sogar zu einem wichtigen Helfer für Linux geworden. Wie wichtig genau, das zeigt der aktuelle Report zur Linux-Entwicklung, den die Linux-Foundation einmal im Jahr vorlegt. In der darin enthaltenen Listung der wichtigsten Zuträger für die Weiterentwicklung des Kernels belegt Microsoft Platz 17. Nur die üblichen Linux-Verdächtigen wie Red Hat, Intel, Novell, IBM, Texas Instruments, Broadcom, Nokia, Samsung, Oracle und Google sind noch vor Microsoft.

Dennoch ist das Engagement auch nicht ganz uneigennützig. Von den knapp 700 akzeptierten Änderungen die Microsoft seit dem Kernel 2.6.36 eingebracht hat, dreht sich ein großer Teil um die eigene Virtualisierungstechnik Hyper-V. Mit den eingebrachten Vorschlägen soll beispielsweise sichergestellt werden, dass Windows-Server mit Hyper-V auch Linux-Systeme als Gast einbinden können. Da diese Aufgabe inzwischen weitgehend abgeschlossen ist, ist es jedoch äußerst unwahrscheinlich, dass Microsoft in den nächsten Jahren noch einmal so weit nach oben in der Liste der Linux-Unterstützer kommen wird. Das sieht auch der Kernel-Hacker John Corbet so, der glaubt, Microsofts Engagement werde genauso schnell wieder versiegen, wie es plötzlich gewachsen sei. Andererseits zeige dieser Fall auch, wie wichtig und verbreitet Linux heutzutage sei, dass selbst Microsoft nicht mehr einfach daran vorbei komme.