CRN-Roundtable »Cloud Computing und der Channel«: Cloud Computing wird sich durchsetzen

Hersteller und Partner haben sich in den Räumen von Computer Reseller News getroffen, um mit der Redaktion über das Trendthema Cloud Computing zu diskutieren. Die Stimmung war zuversichtlich, zu tun gibt es noch viel.

Von links nach rechts: Thorsten Schwecke (Ingram Micro), Bernd Stopper (Microsoft), Ralf Gegg (VMware), Uwe Zeithammer (Tech Data)

Cloud Computing wird sich nicht in Luft auflösen. Denn dazu haben die Hersteller bereits zu viel investiert, und auch Partner und Anwender haben verstanden, worum es geht und was möglich ist. Die Umsetzung in den Unternehmen steht noch am Anfang, auch wenn die Auslagerung von IT-Leistungen im Grunde eine vertraute Strategie ist. Bei den Partnern gewinnt das Thema im realen Geschäft ebenfalls nur allmählich an Bedeutung, nicht zuletzt, weil sie ihr Geschäftsmodell an die relativ niedrigen Mietbeteiligungen anpassen müssen.

»Cloud Computing ist bei den Partnern noch nicht überall angekommen«, räumt denn auch Bernd Stopper ein, hierzulande Direktor Partner Strategy and Programs bei Microsoft. Vor allem das Geschäft mit Public Clouds laufe verhalten: Bedenken im Hinblick auf Sicherheit und Vertraulichkeit der Daten wiegen offenbar schwer. Um dem entgegenzuwirken, hat Microsoft im Dezember standardisierte Klauseln für das SaaS-Angebot Office 365 geschaffen. Das mag den Kunden an manchen Stellen helfen, auch wenn sich dadurch an den Zugriffsmöglichkeiten US-amerikanischer Regierungsstellen nichts ändert.

Aber der Schuh drückt noch an anderer Stelle: »Der Fachhandel tut sich schwer, ein Business-Modell zu finden«, weiß Stopper. Die Partner wollen naheliegenderweise langfristig Geschäfte machen, wenn sie in diese neue Technologie und Bereitstellungsweise einsteigen und investieren. Neben den wiederkehrenden, aber im Vergleich zu bisher niedrigen Lizenzeinnahmen, legen ihnen die Hersteller immer wieder Dienstleistungen ans Herz. Da SaaS-Angebote nach der Installation und Integration wenig Dienstleistung erfordern, müssten dies wohl zusätzliche Aktivitäten ganz anderer Art bei den Kunden sein. Am aufgeschlossensten sind nach den Beobachtungen Stoppers noch die Systemintegratoren, oft im Zusammenhang mit Virtualisierungsprojekten. »Am Ende des Tages werden die Kunden hybride Modelle verwenden«, ist sich Stopper jedenfalls sicher.

Für Ralf Gegg, Partner Director bei VMware, gehört die Zukunft ebenfalls hybriden Clouds. »Unglaubliche Dynamik« sieht er bei Community Clouds. Dort schließen sich Unternehmen derselben Branche zusammen und bilden aus ihren Private Clouds eine gemeinsame Cloud, die nur den Mitgliedern dieser Community zugänglich ist. Auf der Basis ähnlicher Anforderungen und Aufgaben sollen durch gemeinsame Nutzung der vorhandenen Infrastrukturressourcen Kosten gespart werden. Auch Anwendungsprogramme lassen sich im Prinzip gemeinsam --- einsetzen.