Zugriff unterwegs und in Arbeitsgruppen: Frischer Wind bei Enterprise Content Management

Enterprise Content Management ist weitgehend ausgereift. Für frischen Wind sorgen derzeit die Trendthemen Mobile, Social und Cloud: Die Projekte halten sich zwar noch in Grenzen, doch die Wachstumsperspektiven sind vielversprechend.

»Die Kunden wollen mehr unternehmensweite Lösungen«, hat Karl-Heinz Mosbach beobachtet, Geschäftsführer des Stuttgarter Softwareherstellers ELO Digital Office. Nicht nur die großen internationalen Anbieter wie IBM (mit Filenet) oder EMC (mit Documentum) hätten inzwischen ihre Dokumenten- und Content-Management-Software zu einem umfangreichen Portfolio für Enterprise Content Management (ECM) ausgebaut, sondern auch viele der vorwiegend hierzulande tätigen wie d.velop oder eben ELO.

Walter Köhler, Geschäftsführer für Deutschland und Österreich, Vice President Global Services EMEA sowie Management Consultant bei OpenText, hat ebenfalls beobachtet, dass die Kunden inzwischen oft ganzheitlich an das Dokumenten- und Content-Management herangehen. Sie beginnen seinen Eindrücken zufolge zwar mit Bereichen, wo sie besonderen Bedarf sehen, haben aber das große Ganze im Auge und wollen eine Plattform auch für künftige Lösungen anschaffen.

Rainer Größer, Abteilungsleiter Content and Collaboration bei der IBM-Beratungssparte Global Business Services, meint, man sei unternehmensweiten ECM-Lösungen mit einer Plattform und einem Speicher »ein Stück näher gekommen«, habe sie im allgemeinen aber »noch nicht erreicht«. Oft gebe es noch verteilte Pools, auch wenn Konsolidierungen zunehmen, etwa im Bankenumfeld.

Eine weltweite Umfrage zum Einsatz von ECM in Unternehmen, die der Branchenverband AIIM, mit Hauptsitz im US-Bundesstaat Maryland, unlängst durchgeführt hat, bestätigt diese Einschätzungen. Sie belegt auch, dass nach wie vor viele Abteilungslösungen genutzt werden.

Ulrich Kampffmeyer, Geschäftsführer des auf Dokumenten- und Content-Management spezialisierten Hamburger Beratungshauses Project Consult, plädiert für mehr Konsolidierungsprojekte statt Produktneuauswahlen, um die Zahl der unterschiedlichen ECM-Systeme zu verringern und die Administration zu vereinfachen. »Da es bereits viele Lösungen gibt, ist Migration ein ständiges Thema – nicht nur beim Wechsel von Anbietern«, weiß er aus seiner Praxis. Durch Federated Repositories und Standards wie CMIS bestehe die Hoffnung, physische Migration künftig vermeiden zu können.