Nummer drei im ERP-Markt etabliert sich: Infor übernimmt den Konkurrenten Lawson

Der Applikationshersteller Infor kauft für rund zwei Milliarden Dollar den Wettbewerber Lawson. Nach Umsätzen liegt das Unternehmen damit an dritter Stelle im Markt für betriebswirtschaftliche Anwendungssoftware, doch die Ausrichtung auf den Mittelstand und diverse Branchen dürfte bestehen bleiben.

Charles Phillips, CEO von Infor

Infor aus dem US-Bundesstaat Georgia und die Risikokapitalgesellschaft Golden Gate Capital, die hinter diesem Applikationsanbieter steht, übernehmen den im US-Bundesstaat Minnesota ansässigen ERP-Hersteller Lawson für zwei Milliarden Dollar. Pro Anteilsschein bezahlen die Käufer 11,25 Dollar, 14 Prozent mehr als der Aktienkurs am 7. März betragen hatte. Die Übernahme soll im dritten Quartal 2011 abgeschlossen sein. Die Gespräche über die Offerte liefen seit Januar.

Durch den Zusammenschluss entsteht ein Anbieter betriebswirtschaftlicher Anwendungssoftware, der im vergangenen Jahr weltweit rund 2,5 Milliarden Dollar umgesetzt hat. Die Nummer eins war 2010 SAP mit 17,6 Milliarden Dollar, die geschätzte Nummer zwei, Oracle, hält die Umsätze in diesem Segment geheim. SAP und Oracle dominieren bei Großunternehmen, während sich Marktbegleiter wie Infor, Epicor, Sage oder Microsoft auf den Mittelstand ausgerichtet haben.

»Wir planen, viele der Applikationen so schnell wie möglich zu integrieren. Die Tatsache, dass die Software beider Unternehmen mit Services arbeitet, erleichtert dies«, sagte Charles Phillips, CEO von Infor. Ansätze zu Software as a Service (SaaS) gibt es ebenfalls bei beiden. Phillips versprach Investitionen und Erweiterungen, um den Kunden Mehrwert zu liefern. Infor will weiterhin Applikationen für Branchen wie Fertigung, Distribution und Gesundheit sowie für den öffentlichen Sektor liefern.