Konsolidierung im ERP-Markt: Infor greift nach Lawson

Auf dem Markt für betriebswirtschaftliche Anwendungssoftware bahnt sich eine weitere Konsolidierung an: Infor will den Wettbewerber Lawson übernehmen.

Charles Phillips, CEO von Infor

Golden Gate Capital, die Risikokapitalgesellschaft, die hinter dem auf mittelständische Fertigungsunternehmen ausgerichteten Applikationsanbieter Infor steht, will den ERP-Hersteller Lawson für 1,84 Milliarden Dollar kaufen. Der Finanzdienstleister Barclays Capital prüft nun für Lawson die Offerte.

Der Zusammenschluss würde einen Anbieter mit insgesamt rund drei Milliarden Dollar Jahresumsatz ergeben. Zum Vergleich: Der Marktführer SAP hat im vergangenen Jahr knapp 18 Milliarden Dollar umgesetzt. Lawson, im US-Bundesstaat Minnesota beheimatet, ist seit einiger Zeit auf dem absteigenden Ast: Der Umsatz schrumpfte von 852 Millionen Dollar im Jahr 2008 auf 757 Millionen Dollar 2009 und schließlich 736 Millionen Dollar 2010. In Europa ist Lawson auch durch den schwedischen ERP-Anbieter Intentia bekannt, den das Unternehmen 2006 übernommen hat. Außer ERP-Software hat Lawson noch Programme für CRM, HR und PLM im Portfolio.

Das im US-Bundesstaat Georgia ansässige Unternehmen Infor ist durch zahlreiche Übernahmen regional agierender Softwarehersteller entstanden und auf diese Weise zu einem der fünf größten ERP-Anbieter weltweit geworden. Die letzte größere Akquisition liegt nun allerdings schon fünf Jahre zurück. Damals kaufte Golden Gate Capital den amerikanischen ERP-Hersteller SSA Global Technologies für 1,6 Milliarden Dollar dazu.

Ehe er im vergangenen Oktober bei Infor CEO wurde, war Charles Phillips mehr als sieben Jahre Co-President bei Oracle, der Nummer zwei im Applikationsmarkt. Damals hat er zahlreiche Akquisitionen durchgeführt.