Studie unter deutschen Unternehmen: Big Data und RPA im Visier

Einer Studie der Unternehmensberatung Horváth & Partners zu Folge sind Big Data und robotergesteuerte Prozessautomatisierung die entscheidenden Digitalisierungsthemen der kommenden Jahre.

RPA (Foto: Momius / Fotolia)

Die Digitalisierung führt zu deutlich messbaren Transformationsprozessen in deutschen Unternehmen und hat bereits drei Viertel der 200 befragten Unternehmen maßgeblich verändert, so das Ergebnis der Studie von Horváth & Partners. Nahezu alle Unternehmen gaben an, durch digitale Technologien die Produktivität gesteigert, Kosteneinsparungen erzielt oder die Servicequalität verbessert zu haben. Zu den bereits erfolgreich eingesetzten Technologien zählen Cloud-Lösungen und Virtual Services. In den nächsten Jahren erwarten die Unternehmer weitere Verbesserungen durch den Einsatz von Big-Data-Lösungen und durch robotergesteuerte Prozessautomatisierung (RPA). Big-Data-Lösungen finden sich bereits in 57 Prozent der befragten Unternehmen erfolgreich im Einsatz oder in der Testphase. Mit den Ergebnissen scheinen die Unternehmen zufrieden zu sein, denn nach Ansicht von 96 Prozent der Befragten wird diese Technologie auch in Zukunft den größten Beitrag zur Wertschöpfung leisten.

Digitalisierungsvorteile (Foto: Horváth & Partners)

Mittels RPA lassen sich wiederkehrende Prozesse automatisieren und Mitarbeiter auf diese Weise von wiederkehrenden Tätigkeiten entlasten. Das ermöglicht besonders bei Serviceprozessen eine deutliche Verbesserung von Produktivität und Qualität. Neun von zehn der befragten Unternehmensentscheider verbinden deshalb mit RPA große Hoffnungen, wenn es um Effizienzsteigerungen geht. Denn durch die Automatisierung werden Prozesse oft neustrukturiert und optimiert und lassen sich anschließend beliebig skalieren. Bei Unternehmen mit einem hohen Serviceaufwand, wie beispielsweise der Kundenhotline von Telekommunikationsanbietern, ist der Einsatz von RPA besonders interessant. Allerdings hat bislang erst jedes dritte Unternehmen eine solche Lösung im Einsatz, weitere 20 Prozent experimentieren damit. »Die Unternehmen sind relativ spät dran, denn die Bot-Technologie ist längst reif«, so Rainer Zierhofer, Partner bei Horváth & Partners. An dritter Stelle der To-Do-Liste stehen Smart Services, also daten- und dienstbasierte Lösungen mit hohem Mehrwert für den Anwender, häufig in Form mobiler Lösungen. Zum jetzigen Zeitpunkt nutzen erst 59 Prozent der Unternehmen diese Technologien in geringem Umfang.

Gut etabliert haben sich bereits Cloud-Anwendungen, die von 79 Prozent der befragten Unternehmen genutzt werden sowie Virtual Services, mit denen Informationen und Leistungen vollständig webbasiert bereitgestellt werden. Diese werden zum Beispiel in automatisierten Rechenzentren von etwa 67 Prozent der Unternehmen genutzt. Finanzdienstleister sind außerdem bei der tiefer gehenden Analyse großer Datenmengen weit fortgeschritten und haben vielfach entsprechende Advanced-Analytics-Technologien implementiert, so Horváth & Partners.