CRN-Kopfnuss: Betrunken Shoppen im Trend

Betrunkene Online-Käufer erfreuen sich bei den Etailern einer zunehmenden Beliebtheit. Denn sie geben nicht nur großzügig Geld aus, sondern sind auch offen für Zusatzangebote.

Trinken und Shoppen passt gut zusammen - finden zumindest die Betreiber von Online-Shops
(Foto: Fotolia 113896068 Syda Productions)

Der Online-Handel hat eine neue lukrative Zielgruppe entdeckt: Betrunkene Käufer sind die High-Roller im Internet-Business. Besonders erfreulich: Diese Kundengruppe wächst und sie gibt immer mehr Geld aus. Laut einer aktuellen Umfrage von Finder.com kaufen 68 Millionen Menschen in den USA ab und zu im betrunkenen Zustand im Internet ein. Durchschnittlich geben die Befragten dabei 447 Dollar aus - das ist doppelt so viel wie noch im Vorjahr. Laut Jennifer McDermott von Finder.com werden am häufigsten Lebensmittel und Bestellungen beim Lieferservice aufgegeben. Knapp dahinter folgen Schuhe und Kleidungsstücke. Die Studie zeige zudem, dass Männer eher betrunkene Bestellungen tätigen als Frauen.

Zufriedene Kunden heben den Überraschungseffekt hervor, wenn eine Bestellung eintrifft, an die sie keinerlei Erinnerung mehr haben. Vom »besten betrunkenen Online-Einkauf, den ich bisher gemacht habe« spricht ein Kunde, der Augen für die Frontscheinwerfer seines Autos bestellt hatte. Nicht mehr ganz so überzeugt zeigte sich ein Nutzer namens Adam Laino. Er hatte sich im Vollrausch beheizte Marken-Hausschuhe und ein aufblasbares T-Rex-Kostüm für Erwachsene bestellt.

Online-Anbieter und Marketing-Dienstleister haben sich längst auf die kauffreudige Kundschaft eingestellt und ihre Algorithmen entsprechend programmiert. Bei einer merkwürdigen Artikelauswahl werden Kunden dann passende Zusatzangebote wie etwa ein mobiler Cocktail-Service, das große Chips- & Flips-Sortiment und Personal-Stripper angeboten. Kunden, die per Smartphone einkaufen, bekommen anhand ihrer GPS-Daten Bars und andere Etablissements in der Nähe angezeigt. Über die App »Betrunkene Freunde finden« lassen sich bei Bedarf auch noch Zechkumpane auf dem Weg finden.

Werbelinks etwa für eine chemische Reinigung, Rechtsanwälte oder Schwangerschaftstests würden beim Bestellvorgang noch nicht funktionieren, berichtet Amazon. Die würden dafür besonders gerne auf der Erinnerungs-Email am nächsten Tag angeklickt.