Missbräuchliche Datensammlung: Kartellamt erhöht Druck auf Facebook

Nach der Einschätzung des Kartellamtspräsidenten Andreas Mundt missbraucht Facebook seine Marktmacht bei der Datennutzung und muss deshalb mit Konsequenzen rechnen.

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Facebook hat nach Meinung von Kartellamtspräsident Andreas Mundt bei der Datennutzung seine Marktmacht missbraucht. »Nach dem jetzigen Stand gehen wir davon aus, dass Facebook seine Marktmacht gegenüber den Kunden durch die Art und Weise, wie Daten aus Drittquellen gesammelt und verwertet werden, missbräuchlich ausnutzt«, sagte Mundt der »Rheinischen Post« (Freitag). »Bleiben wir bei diesem Befund, wird Facebook seine Praxis anpassen müssen.«

Der Präsident des Bundeskartellamts verstärkte damit den Druck auf das soziale Netzwerk. Die Behörde erwartet in Kürze eine Stellungnahme des US-Konzerns zu einem seit zwei Jahren laufenden Verfahren. Das Kartellamt hält Facebook in dem Verfahren vor allem vor, Daten auch auf Drittseiten ohne Wissen der Nutzer zu sammeln und zu verwerten.

Facebook war zuletzt wegen der unerlaubten Nutzung der Informationen von Millionen Facebook-Anwendern durch die Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica in die Kritik geraten. Wie Facebook mitteilte, könnten die Daten von bis zu 87 Millionen Usern betroffen sein.