Betriebsüberlassung: Bechtle übernimmt erneut IBM-Mitarbeiter

Bechtle sei »definitiv keine Entsorgungsstation von IBM«, kommentierte vor Jahren CEO Thomas Olemotz. Erneut will IBM, dass weitere Servicemitarbeiter zu Bechtle wechseln. Die Betriebsüberlassung hat eine lange, leider auch unrühmliche Tradition.

Bechtle-CEO Thomas Olemotz verhandelt erneut mit IBM über eine Betriebsüberlassung
(Foto: CRN)

Laut WirtschaftsWoche sprechen IBM und Bechtle über den Wechsel von Mitarbeitern der GTS Infrastructure Delivery Organisation des Herstellers zum Neckarsulmer Systemhaus. Wie viele Mitarbeiter von einer Betriebsüberlassung betroffen sind, ist derzeit nicht bekannt. Die Rede ist von mehreren hundert Beschäftigten. Fakt ist: Schon in der Vergangenheit gab es solche Deals. IBM und Bechtle verbindet eine langjährige strategische Partnerschaft.

Immer wieder wechselten Mitarbeiter aus der Service-Sparte von Big Blue zu Bechtle. 2005 verlagerte IBM knapp über 100 Mitarbeiter für Wartung und Support an Bechtle, zuletzt 2013 waren es 60 Mitarbeiter.

Betriebsüberlassungen im IT-Service-Bereich haben allgemein eine gewisse Tradition, leider auch eine unrühmliche, weil betroffene Mitarbeiter nicht zu Unrecht befürchten müssen, dass Hersteller ihre langjährigen Mitarbeiter so relativ geräuschlos »entsorgen« wollen, wie CRN in der Vergangenheit immer wieder über solche »Entsorgungsstrategien« berichtete. Vor allem Siemens sorgte hier für Negativschlagzeilen, als der Konzern vor mehr als zehn Jahren noch im IT-Servicemarkt investiert war (siehe CRN-Artikel).

Anders als andere »Partner« von Herstellern dürfte Systemhausriese Bechtle kein Interesse daran haben, als Erfüllungsgehilfe von Personal-Outsourcing seinen Ruf ruiniert zu sehen. »Wir sind definitiv keine Entsorgungsstation von IBM«, sagte Bechtle-Chef Thomas Olemotz 2013 gegenüber CRN, als es zu einer ähnlichen Betriebsüberlassung kam, deren Neuauflage jetzt verhandelt wird.