CRN-Interview zu gebrauchter Software: »Professionelle Beschaffungsstrukturen für den Gebrauchtmarkt«

Die MRM Distribution tritt an, um Resellern das Geschäft mit gebrauchter Software zu vereinfachen. Wie das gelingen soll und welche Hürden für Händler und Kunden im Markt lauern, beantworten Ronny Drexel und Christian Bedel, im Interview mit CRN.

Ware aus erster Hand

CRN: Was sind Ihre ersten Erfahrungen in diesem Haifischbecken zwischen – teils sehr streitfreudigen – Herstellern, anderen Händlern und auch einigen dreisten Betrügern?
Drexel: Unser vollständig seriöser Ansatz entzieht offenbar auch der von Ihnen angesprochenen Streitlust und halbseidenen Geschäftsauffassung mancher Marktteilnehmer von früher den Boden. Wir hatten bisher jedenfalls keinerlei Berührungspunkte damit. Und weder Händler noch Kunden sind aktuell und zukünftig darauf angewiesen, sich aus fragwürdigen Quellen zu bedienen. Wenn eine große Zahl seriöser IT-Reseller als weiße Schafe und Hütehunde im Markt agiert, lassen sich die wenigen schwarzen Schafe umso leichter ausmachen.

CRN: Wie haben die Hersteller auf Ihren Markteintritt reagiert?
Drexel: Dazu können mein Kollege Christian Bedel als Vertriebsleiter und ich von unseren Erfahrungen aus Begegnungen mit den ehemaligen Kollegen der unterschiedlichsten Ebenen berichten: Auf der deutschen Microsoft-Partnerkonferenz im Oktober 2017 in Leipzig wurde die Idee allgemein begrüßt, den Zweitmarkt für Software zu professionalisieren. Schließlich litt in der Vergangenheit auch der Ruf der Hersteller und ihrer Produkte unter einem unübersichtlichen Graumarkt mit gefälschter oder illegal weiterverkaufter Software. Ein Zweitmarkt für einen rechtssicheren und herstellerkonformen Handel mit gebrauchter Originalsoftware lässt somit weniger Spielraum für Missmut.

CRN: Welche Arten von Software und Lizenzen handelt MRM? Können Händler für ihre Kunden gezielt bestimmte Lizenztypen auswählen und sind bestimmte Typen wie Education-Lizenzen ausgeschlossen?
Drexel: Unsere Partner können zwischen Einzelplatz- und überwiegend Volumenlizenzen der Hersteller Adobe und Microsoft wählen. Unserer Auffassung nach wäre auch der Handel mit Education-Lizenzen rechtlich nicht zu beanstanden. Wir sehen davon allerdings ab, da wir die sehr guten Beziehungen zu den Herstellern nicht unnötig belasten möchten.

CRN: Woher beziehen Sie Ihre Ware? Kaufen Sie direkt bei Firmen ein, oder sind Reseller-Partner auch hier eine wichtige Säule für Sie?
Bedel: Wir beziehen unsere Ware direkt vom Ersterwerber und somit aus erster Hand, häufig basierend auf unterstützender Vermittlung durch unsere Partner.