Theranos-Gründerin muss Chefposten aufgeben: Vom Vorzeige-Start-up zum Betrugsfall

Elizabeth Holmes war einst die Vorzeigefrau im Silicon Valley: Eine Visionärin, die mit einer Revolution bei Bluttests die Welt verändert. Doch dann stellte sich heraus, dass die Technologie ihres Start-ups Theranos kaum funktionierte.

Statt innovativen Bluttest gab es bei Theranos wohl nur Betrug
(Foto: Henrik Dolle - Fotolia)

Die Gründerin des gescheiterten Bluttest-Start-ups Theranos, Elizabeth Holmes, muss nach Betrugsvorwürfen der US-Börsenaufsicht SEC eine zivilrechtliche Geldstrafe 500.000 Dollar zahlen. Holmes willigte außerdem ein, zehn Jahre lang keine Managerpositionen in börsennotierten Unternehmen zu bekleiden und ihre Kontrolle über Theranos aufzugeben. Holmes und die Firma gestanden bei dem Vergleich mit der SEC allerdings keine Schuld ein.

Die SEC warf Holmes und dem früheren Top-Manager Ramesh »Sunny« Balwani vor, durch jahrelanges betrügerisches Handeln mehr als 700 Millionen Dollar von Investoren eingenommen zu haben. Balwani ging keine Einigung mit der SEC ein, und die Börsenaufsicht will gegen ihn vor Gericht ziehen, wie sie am Mittwoch mitteilte. Auch Holmes könnte allerdings noch weitere Probleme bekommen: Gegen sie liefen zuvor noch Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in San Francisco, deren Stand unklar ist.

Theranos hatte versprochen, Bluttests zu revolutionieren, weil mit der Technologie des Start-ups für Proben nur wenige Tropfen genügten. In einer der Finanzierungsrunden wurde die geheimniskrämerische Firma mit rund neun Milliarden Dollar bewertet. Damit war Holmes zumindest auf dem Papier rund 4,5 Milliarden Dollar schwer. Die heute 34-jährige Gründerin und Chefin wurde auf Magazin-Covern und Konferenzen als erfolgreiche Self-Made-Milliardärin gefeiert. Die Story von der Visionärin, die mit 19 ein Studium in Stanford abbrach, um die Welt zu verbessern, verkaufte sich gut.

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