»Shipping with Amazon«: Amazon will auch Waren anderer Händler ausliefern

Ein eigenes Logistiknetzwerk hat Amazon bereits, liefert darüber aber bislang nur die eigenen Waren aus. Nun tritt der Online-Händler in Konkurrenz zu etablierten Lieferdiensten und will auch Waren anderer Unternehmen zustellen – zunächst die von Marketplace-Händler.

Fulfillment Center von Amazon in den USA
(Foto: Amazon)

Unter dem Namen »Shipping with Amazon« plant Amazon offenbar einen eigenen Zustelldienst, der etablierten Anbietern wie UPS, Fedex und DHL Konkurrenz machen wird. Wie das Wall Street Journal erfahren hat, soll der Dienst in den nächsten Wochen in Los Angeles starten und Marketplace-Händlern zur Verfügung stehen, die ihre verkauften Produkte nicht über die Warenlager von Amazon verschicken. Bei denen kämen dann künftig regelmäßig die Amazon-Lieferfahrzeuge vorbei, um Pakete abzuholen und direkt zu den Kunden zu bringen.

Dem WSJ zufolge will Amazon die etablierten Lieferdienste preislich unterbieten; die genaue Kostenstruktur des neuen Angebots stehe aber noch nicht fest. Insidern zufolge soll es möglichst noch dieses Jahr auf weitere Städte ausgedehnt werden – die langfristige Vision dürfte sein, es nicht auf Marketplace-Händler zu beschränken, sondern für alle Unternehmen verfügbar zu machen.

Bislang nutzt Amazon sein Logistiknetzwerk, das in den vergangenen Jahren aufgebaut wurde, nur für die Zustellung eigener Waren und solcher, die Marketplace-Händler bei Amazon lagern. Diese können ihren Kunden dadurch auch die Vorteile von »Prime« bieten, etwa den kostenlosen Versand. Allerdings testet Amazon derzeit auch einen »FBA Onsite« genannten Service, bei dem sich auch Händler mit eigenem Warenlager für Prime und einige andere Benefits von »Fulfillment by Amazon« qualifizieren können.

Kommentare (1) Alle Kommentare

Antwort von Anderl , 14:58 Uhr

Man muss sich nicht wundern; Es tritt genau das ein, was viele vorhergesagt haben. Amazon wird seine Händler unter Druck setzen, um den amazon-Lieferservice zu nutzen. Soviel zum Thema "freie Marktwirtschaft".