Elektromobilität: Kaufprämie für Elektroautos ist ein Flop

Nur rund ein Zehntel des Förderbetrags für den Kauf von Elektroautos und Hybridfahrzeugen ist bislang abgerufen. Die schönen Statistiken des VDA ändern nichts an der Tatsache, dass die Kaufprämie gescheitert ist.

30 Elektrofahrzeuge deutscher Konzernmarken stehen laut VDA für die Modellvielfalt deutscher Autobauer

Seit dem 18.Mai 2016 zahlen Staat und Automobilhersteller beim Kauf von Elektrofahrzeugen oder Brennstoffzellenautos einen Umweltbonus. »Für diese Förderung stehen insgesamt 600 Millionen Euro zur Verfügung. Bis heute sind rund 65 Millionen Euro gebunden«, sagte Andreas Obersteller, Präsident des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) gegenüber der Tageszeitung »Die Welt«. Demnach wurden bislang 46.897 Anträge für einen Zuschuss beim Kauf eines E-Autos gestellt. Die staatliche Prämie für den Kauf von Elektroautos stößt damit insgesamt auf geringes Interesse, auch wenn die Nachfrage in den vergangenen Monaten deutlich angestiegen ist.

Der Bund fördert den Kauf eines Batterieautos oder Brennstoffzellenfahrzeugs mit 2.000 Euro. Für ein von außen aufladbares Hybridauto gibt es 1.500 Euro. Der Hersteller des jeweiligen Fahrzeugs muss dem Käufer mindestens den gleichen Betrag als Nachlass gewähren, damit die Förderung bewilligt wird. Die Fördermittel reichen für mehr als 300.000 Fahrzeuge.

Obersteller rechnet nicht damit, dass die Mittel bis zum Ende der Förderung Mitte 2019 ausgeschöpft sind und regt bereits neue Förderziele an. »Die neue Bundesregierung könnte einen Teil des Budgets umwidmen und für die Förderung privater Ladeinfrastruktur bereitstellen. Diese Unterstützung könnte beispielsweise von Handwerkern, Hotelbetrieben oder Wohnanlagen genutzt werden«, sagte der Bafa-Präsident.

Beim Verband der Automobilindustrie (VDA) indes sieht man die Anstrengungen der deutschen Autobauer in Sachen Elektromobilität positiv. Von einem Flop der Kaufprämie will man bei VDA nichts wissen. »Der Umweltbonus kurbelt zunehmend den Markt an«, heißt es. Die kumulierten Neuzulassungen erreichten laut VDA Ende August 2017 108.683 Elektro-Pkw. Allerdings komme die »Dynamik derzeit vor allem von den Plug-Ins«, also den Hybridfahrzeugen, räumt der Verband ein.

Das Ziel der alten und nun geschäftsführenden Bundesregierung wird damit verfehlt. Ursprünglich sollte die Kaufprämie helfen, dass bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen unterwegs sein würden.

Kommentare (2) Alle Kommentare

Antwort von lewron , 10:21 Uhr

Das Thema e-Autos ist doch insgesamt nicht durchdacht. Der Ladevorgang dauert zu lange, die Reichweite ist (speziell für Vielfahrer) ein Witz, die von Herstellern angegebenen Reichweiten sind praxisfremd (Einsatz von Musik, Navi, Heizung/Kühlung, Telefon erhöhen den Stromverbrauch). Und woher kommt der Strom? Wie viel regenerative Energien stehen zur Verfügung? Was kostet die Lifetime eines e-Autos (Batterie-Herstellung bzw. Entsorgung)? Ich fahre ca. 50.000 KM im Jahr, soll ich ein Verlängerungskabel aus dem Hotelfenster zum Auto legen damit ich am nächsten Tag weiter fahren kann? Wie soll eine Mutter in ländlicher Gegend mit der Reichweite klar kommen? Ich halte das Thema e-Autos für nicht ansatzweise durchdacht und ausdiskutiert sondern für einen Ballon, in dem sich die Politik gerne versteckt.

Antwort von Na toll , 13:12 Uhr

Und wo bitte sollte man sein tolles Elektroauto aufladen, wenn man in der Stadt lebt und kein Einfamilienhaus hat, wo man das Auto an den Strom anschließen kann? Ich wüsste keine Möglichkeit, wie ich bei mir zu Hause ein Auto aufladen sollte.