Microsoft schafft Schlichtungspflicht ab: #metoo zeigt Wirkung

Microsoft reagiert auf #metoo und schafft die Pflicht der Angestellten zu privaten Schlichtungsverfahren ab. Betroffene können im Falle einer sexuellen Belästigung ab sofort direkt vor Gericht gehen.

#metoo zeigt Wirkung (Foto: mihaisurdu/fotolia)

#metoo hat das Thema sexuelle Belästigung in die öffentliche Diskussion getragen. Es sensibilisiert die Gesellschaft und zeigt auch bei Unternehmen deutliche Wirkung. Brad Smith, Chefjurist von Microsoft, hat in einem Blogeintrag klargestellt, dass Microsoft es den eigenen Mitarbeitern ab sofort ermöglichen wird, Fälle von sexueller Belästigung sofort vor Gericht zu bringen. Der Zwang zu einer geheimen Schlichtung (»private arbitration«), der in den meisten Arbeitsverträgen hinterlegt ist, wird mit sofortiger Wirkung abgeschafft.

Microsoft reagiert damit auf die Welle an Vorwürfen und Enthüllungen zu sexuellen Belästigungen und Vergewaltigungen unter dem #metoo. Begonnen hatte die aktuelle Diskussion mit den Vorwürfen gegen den US-Filmproduzenten Harvey Weinstein, denen seitdem viele weitere Personen gefolgt waren.

Nach Ansicht von Microsoft können sich viele Millionen Betroffener nicht ausreichend zur Wehr setzen, weil sie durch ihren Arbeitsvertrag zur einer privaten Schlichtung gezwungen sein. Smith argumentierte, dass es der schwerwiegendste Fehler eines Unternehmens sei, anzunehmen, dass sexuelle Belästigungen im eigenen Unternehmen nicht vorkommen könnten. Private Schiedsgerichte, die das Schweigen der Betroffenen in der Öffentlichkeit sicherstellen, hätten lediglich dazu beigetragen, dass die Praxis sexueller Belästigung aufrechterhalten werden konnte. Microsoft wolle ein Zeichen für einen respektvollen Umgang am Arbeitsplatz setzen.