Ruf nach staatlicher Regulierung: Forderungen nach Kontrolle beim Bitcoin werden lauter

Wie weit geht es noch beim Bitcoin? Die Digitalwährung steigt und steigt. Fachleute sehen sie inzwischen als reines Spekulationsobjekt und fordern mehr Kontrolle.

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Der Bitcoin-Boom lässt Rufe nach einer stärkeren Beobachtung und Kontrolle der umstrittenen Kryptowährung lauter werden. Sowohl Wirtschaftsfachleute als auch ranghohe Politiker meldeten sich am Montag zu Wort. Die Forderungen treffen den Bitcoin in einem Moment, in dem er in die traditionellen Finanzmärkte vorzudringen scheint. Am Montag startete die Börse CME in Chicago ihren Handel mit Terminkontrakten auf den Bitcoin. Sie folgt damit der US-Börse CBOE, die den Future-Handel vor gut einer Woche aufgenommen hatte.

»Ich rate zu Vorsorge«, sagte Clemens Fuest, Präsident des Münchner Ifo-Instituts, der »Neuen Osnabrücker Zeitung« (Montag). »Die Staaten und die Notenbanken sollten sich dringend Gedanken über eine Regulierung machen.« Der Verwaltungsratspräsident der Schweizer Großbank UBS, Axel Weber, sieht den Bitcoin sogar als nicht werthaltig an. Um Kleinanleger zu schützen, sollten die Regulierer einschreiten, sagte der ehemalige Bundesbankchef der »NZZ am Sonntag«.

Der französische Finanzminister Bruno Le Maire kündigte an, mit den G20-Partnern über eine mögliche Regulierung sprechen zu wollen. »Ich mag ihn nicht. Er kann Aktivitäten wie Drogenhandel oder Terrorismus verschleiern«, sagte Le Maire mit Blick auf den Bitcoin im französischen Fernsehen. Außerdem bestünden Risiken für Anleger. Es gebe ein offensichtliches Spekulationsrisiko. Die Digitalwährung steuert unterdessen auf die Marke von 20 000 US-Dollar zu. An großen Handelsplätzen wie Bitstamp, Coinbase oder Kraken kostete ein Bitcoin am Montagmittag in etwa 19 200 US-Dollar.

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