Kater- statt Goldgräberstimmung: Etail-Boom überlastet Paketdienstleister

Zum Weihnachtsgeschäft wird deutlich: Paketdienstleister halten mit der Online-Shopping-Lust nicht Schritt. Für Verbraucher drohen deshalb Mehrkosten, für Online-Händler Obergrenzen.

(Foto: DPD)

Acht Millionen Pakete werden täglich in Deutschland verschickt, so viele wie noch nie. Vor allem der Online-Handel, allen voran die beiden Schwergewichte Amazon und Ebay, sollte für Goldgräberstimmung bei den Paketdienstleistern sorgen, doch die Infrastruktur hält mit dem schnell wachsenden Auftragsvolumen nicht Schritt. Die Folge: überforderte Paketboten, verzögerte Lieferungen und genervte Verbraucher. Wie hoch die Frustration bei letzteren ist, zeigt das Beschwerde-Portal »Paket-Ärger« der Verbraucherzentralen. Hier können Verbraucher Probleme und Ärger mit Zustellungen dokumentieren. Und sie machen davon rege Gebrauch: In knapp zwei Jahren gingen rund 21.000 wütende Mails ein. Alleine für dieses Jahr rechnet die Bundesnetzagentur mit rund 5.000 Beschwerden zur Postzustellung. Die Zahl der Schlichtungsanträge in Streitfällen soll sich demnach sogar verdreifachen. Besserung ist nicht in Sicht, schließlich fehlen nach Branchenschätzung derzeit rund 6.000 Zusteller und die Diskrepanz dürfte weiter zunehmen.

Selbst massive Aufstockungen zum Jahresendgeschäft mit 20.000 Zustellern und über 10.000 angemieteten Kleinlastern helfen DHL, DPD, Hermes und Co. nicht, das Paketaufkommen an Weihnachten zu bewältigen. Nicht umsonst hat Amazon im letzten Jahr in Metropolen wie München oder Berlin eine eigene Logistik aufgebaut, um sich von den traditionellen Paketdiensleistern und ihren Problemen zu emanzipieren.

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