LiMux-Abschied: München wechselt auf Windows 10

Mit dem Beschluss zum Wechsel auf Windows 10 wird der Abschied der Stadt München von LiMux nun konkret. Genauso unsicher wie die dadurch entstehenden Kosten ist derzeit noch, ob die Stadt damit auch zu Microsofts Office zurückkehren wird.

(Foto: sborisov - Fotolia)

Die Stadt München hat mit einer ersten konkreten Entscheidung ihren Fahrplan für den Ausstieg aus dem LiMux-Projekt präzisiert. Der zuständige Verwaltungs- und Personalausschluss des Stadtrats hat beschlossen, ab 2020 alle Clients auf ein einheitliches Windows 10 zu migrieren. Bis dahin sollen nun das Betriebssystem und die zahlreichen in der Verwaltung genutzten Anwendungen angepasst werden. Die umfassende Re-Migration auf das aktuelle Microsoft-Betriebssystem soll nach dem Start des Rollouts dann innerhalb von etwa zwei Jahren abgeschlossen werden. Mit diesem Beschluss folgten die Politiker von SPD und CSU weitgehend den Empfehlungen des umstrittenen Gutachtens der Microsoft nahestehenden Beratungsgesellschaft Accenture aus dem vergangenen Jahr. Neben den fast 20.000 Linux-Geräten gilt diese Entscheidung auch für die rund 10.000 PCs, die aufgrund verschiedener Faktoren wie Inkompatibilitäten vom Open-Source-Projekt ausgeschlossen waren und deshalb aktuell mit älteren Windows-Versionen laufen.

Während eine erste offizielle Einschätzung der dadurch zu erwartenden Kosten erst in den nächsten Wochen vorgelegt werden soll, kritisierte die Opposition erneut die »kurzsichtige Rolle rückwärts« und prognostizierte Kosten in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe. Weitere Kosten könnten zudem in anderen Bereichen wie der Server- und Office-Software entstehen. So ist derzeit etwa noch nicht entschieden, ob sich München damit einhergehend gleichzeitig vom offenen Libre Office verabschieden und auch hier wieder zu Microsofts Office-Paket zurück wechseln wird. Neben den Lizenzkosten müssten hierfür laut Fachleuten aus der Verwaltung unter anderem mehr als 10.000 Formulare entsprechend angepasst werden. Deshalb will sich der Stadtrat erst noch den Rat eines Wirtschaftsprüfers einholen, bevor er im nächsten Jahr über eine mögliche Office-Migration entscheidet.