Erwarteter Einbruch bleibt aus: Deutsch-amerikanischer Handel unter Trump

Als Donald Trump Präsident wurde, fürchtete die deutsche Wirtschaft Einschnitte im Handel mit den Vereinigten Staaten. Doch der Einbruch bleibt bisher aus - auch weil deutsche Firmen nicht ohne die USA können.

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Ablehnung von Freihandelsabkommen, angedrohte Strafzölle gegen BMW, harsche Kritik am deutschen Exportüberschuss - mit etlichen Verbalattacken hat Donald Trump Sorgen vor einem Wirtschaftsstreit mit den USA geschürt. Entsprechend verunsichert ist die deutsche Wirtschaft. Sie warnt schon gebetsmühlenartig vor Handelsbarrieren. Und hat zugleich Wege gefunden, sich mit dem wankelmütigen Präsidenten zu arrangieren.

»Trump spielt mit dem Feuer«, mahnte etwa Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer des Maschinenbauerverbands VDMA, beim Amtsantritt von Trump im Januar. Auch der Chemieverband VCI ließ Sorgen der Branche durchblicken, für die Amerika einer der wichtigen Auslandsmärkte ist. »Die Verunsicherung, wohin die USA nun steuern, ist groß«, erklärte Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann.

Die Befürchtungen sind seither nicht kleiner geworden. Das lässt auch eine aktuelle Umfrage der Amerikanischen Handelskammer in Deutschland (AmCham Germany) unter rund 100 internationalen tätigen Firmen erahnen. Fast 90 Prozent sehen eine Abschottung der USA als größtes Problem im transatlantischen Handel.

Zugleich haben manche Firmen mehr wirtschaftsfreundliche Politik von Trump erwartet. Der US-Präsident habe Wahlkampfversprechen wie Steuersenkungen und Investitionen in die Infrastruktur bisher nicht erfüllt, sagt AmCham-Germany-Präsident Bernhard Mattes vor einer Wirtschaftskonferenz der Kammer an diesem Donnerstag in Frankfurt. »Einige deutsche Firmen hatten schon gehofft, davon zu profitieren.«

Die Furcht vor schwierigeren Beziehungen mit den USA ist keinesfalls unbegründet. Denn sie sind der größte Abnehmer deutscher Exporte noch vor dem Nachbarn Frankreich. 2016 gingen laut Statistischem Bundesamt Güter im Wert von fast 107 Milliarden Euro nach Übersee. Umgekehrt importierte die Bundesrepublik Waren für knapp 58 Milliarden Euro - noch mehr waren es nur aus China, den Niederlanden und Frankreich.

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