Alltag im Musterland der Digitalisierung: Was Esten alles online erledigen können

Während bei uns noch über vermeintliche Zukunftsthemen wie Breitbandinternet, Digitalisierung und E-Government diskutiert wird, ist in Estland vieles davon bereits heute Realität.

Digitale Bauern, Bürger und Beamte

ONLINE-JUSTIZ: Prozessbeteiligte können über eine spezielle Datenbank online auf die Gerichtsunterlagen laufender Verfahren zugreifen. Gerichte können Angeklagte und Zeugen auch über soziale Netzwerke vorladen.

E-POLIZEI: Bei Fahrzeugkontrollen braucht die estnische Polizei nicht mehr nach Führerschein und Fahrzeugpapieren zu fragen. Die Beamten können im Streifenwagen über das Internet auf Vorstrafen, Versicherungen und Informationen zum Fahrzeughalter und Fahrer zugreifen.

BARGELDLOS BEZAHLEN: Auch ihre Bankgeschäfte erledigen die Esten am liebsten online - 98 Prozent aller Transaktionen werden über das Internet getätigt. Parktickets werden über SMS gekauft und Fahrscheine für Bus und Bahn mit dem Mobiltelefon bezahlt.

VIRTUELLE BÜRGER: Mit einer «E-Residency» können auch Ausländer die Angebote des digitalen Estlands nutzen. Sie erlaubt Investoren und Unternehmen fast alles über das Internet zu regeln und ortsunabḧängig zu arbeiten. Prominenteste estnische E-Bürgerin dürfte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sein, die bei ihrem Besuch in der Hauptstadt Tallinn im August 2016 eine ID-Karte erhielt.

DIGITALE LANDWIRTSCHAFT: Einige Landwirte bewirtschaften ihre Felder elektronisch. Auf ihren Computern, Smartphones und Tablets sind Programme zur Wetterbeobachtung, Überwachung des Düngemitteleinsatzes oder Analyse von Pflanzenkrankheiten installiert. Auch das Leben vieler estnischer Kühe ist bereits computergesteuert: Täglich werden sie mit Hilfe von Robotern individuell gefüttert und gemolken.

Übersicht