Suse-Jubiläum: 25 Jahre im Zeichen des Chamäleons

Anlässlich des Jubiläums des Linux-Urgesteins hat sich CRN mit Gerald Pfeifer von Suse über Linux und Open Source unterhalten.

(Foto: Vera Kuttelvaserova - Fotolia)

Linux wird oft mit den Begriffen Open Source und dessen Vorgänger Free Software in Verbindung gebracht. Für Gerald Pfeifer, Senior Director of Product Management and Operations bei Suse, ist Open Source – also das Konzept, dass man Software nicht nur verwenden kann, sondern auch Zugriff auf den Quellcode hat – ein natürliches Modell, das quasi zwangsläufig entstanden ist. »Es gab ja kein Komitee, das sich hinsetzt und sagt ›wir machen jetzt Open Source und das funktioniert so und so‹.«

Den Erfolg von Open Source macht nicht nur das rechtliche Rahmenwerk aus, sondern auch das Community-Modell. Viele Unternehmen verwenden heutzutage Open-Source-Komponenten, da sie nicht alles selbst entwickeln können und die Komponenten von der Community gepflegt und aktualisiert werden. Oft fügen dann mehrere Unternehmen parallel Funktionen zu einer Open-Source-Software hinzu. »Intel ist daran interessiert, dass Intel-Prozessoren schön optimiert werden, IBM trägt etwas dazu bei für seine Power-Prozessoren. So bastelt jeder an den Sachen, die für ihn relevant sind«, so Pfeifer. Oft kämen Änderungen in einem Bereich auch anderen Bereichen zugute. »Wenn etwa Smartphones weniger Strom verbrauchen, kann man das vielleicht auch auf Großrechner übertragen.« Pfeifer ist davon überzeugt, dass Open Source auch ohne Linux entstanden wäre und betont, dass es ohne Open Source mehr Monopole gäbe und die digitale Transformation deutlich langsamer voranschreiten würde.

Erst kürzlich erfolgte die Übernahme der Software-Sparte von HPE durch das Unternehmen Micro Focus, zu dem auch Suse gehört. Laut Pfeifer ist man fleißig dabei, Roadmaps zu entwickeln, um die Lösungen zusammenzuführen. »Suse als bevorzugter Linux-Partner von HPE ist schon sehr schick.«

Zur Zukunft von Open Source befragt, meint Pfeifer, »was wir mit Linux erlebt haben, wiederholt sich viel schneller in anderen Bereichen, etwa Openstack. Die ganze Container-Story ist ja größtenteils linuxbasiert. Aber das sind technisch gesehen alles evolutionäre, logische Schritte.« Ähnliche Entwicklungen seien auch in den Bereichen Netzwerk und Storage zu sehen, wo sich zunehmend Software-definierte Lösungen durchsetzen. »Auch bei Linux ist keine Revolution zu erwarten. Linux bleibt die stabile Basis und entwickelt sich evolutionär weiter.«