Distributoren als Cloud-Zentralen: Zeit der Aufklärung – Zeit der Umsetzung

Die Phase der Aufklärung rund um das Cloud Computing im ITK-Channel geht zu Ende: Das Interesse der Endkunden zieht an, die Partner sind größtenteils gerüstet und hoffen nun, dass der Hype endlich die Kassen füllt. Bei der Umsetzung von Cloud-Services nehmen die Distributoren eine zentrale Rolle ein.

Führende Marketplaces

Marianne Nickenig von Westcon UCC
(Foto: Westcon)

Die Experton Group unternimmt in ihrer Studie »Cloud Vendor Benchmark« regelmäßig auch eine Bewertung der Plattform-Angebote für Reseller. Der Analyst beurteilt die Marktplätze beispielsweise nnach Angebot und Funktionalität. Experton kam dabei in der Studie für das Jahr 2016 noch zu dem ernüchternden Ergebnis, dass »die jetzigen Cloud-Marktplätze allesamt noch nicht wirklich sehr erfolgreich am deutschen Markt unterwegs« sind. Also und Ingram Micro attestiert der Analyst zwar einen gewissen Vorsprung, doch auch hier bewerteten die Experton-Sachverständigen das Portfolio und die Anzahl der Reseller als »überschaubar« oder »begrenzt«. Inzwischen haben zahlreiche Grossisten von den Broadlinern Also, Ingram Micro und Tech Data bis hin zu vielen Spezialdistributoren Marktplätze an den Start gebracht. Ein Pionier in dieser Hinsicht war VAD Arrow RCS, der seine »Arrowsphere«-Plattform bereits vor sechs jahren einführte. Joachim Guth, Manager Channel Sales bei Arrow ECS Deutschland, betont die zentrale Bedeutung der Plattform: »Die Partner und Service Provider nutzen »Arrowsphere «täglich. Dort können sie mit unterschiedlichen Möglichkeiten zum Beispiel individuelle Services zusammenbauen und anschließend als White-Label-Lösung unter eigenem Namen vertreiben. Die Zusammenstellung verläuft sehr schnell, und somit kann ein Vertriebsmitarbeiter einen eigenen Service mit dem richtigen Angebot direkt an den Kunden bringen.« Auch für VAD ADN Cloud-Marktplatz die Basis des Cloud-Vorstoßes, wie ADN-Chef Hermann Ramacher betont. Der Distributor hat die vor gut einem Jahr an den Start gebrachte Plattform eben erst nach Kundenfeedback umfassend überarbeitet, wie er berichtet: »Beim Cloud-Marketplace stehen Übersichtlichkeit und hoher Bedienkomfort im Vordergrund, aber auch ein verbrauchsorientiertes, automatisiertes Abrechnungssystem sind notwendig, um die Bereitstellung von Cloud-Diensten nicht zu einer Belastung für den Partner zu machen. Da haben wir in den letzten Monaten viel getan und unser Portal verbessert und um neue Funktionen ergänzt. Der neue ADN-Cloud-Marketplace bietet auch Funktionalitäten, die ein sogenanntes Whitelabeling und die Einbindung eigener Dienste über eine Cloud-Plattform-API ermöglichen.«

Auch Westcon stellt kurz nach der Einführung seiner Cloud-Plattform »Bluesky« die Bedeutung und das Ausbaupotenzial seines Marktplatzes heraus: »Aktuell bieten wir darüber ausschließlich die Cloud-Lösungen von Microsoft. Noch in diesem Jahr werden wir die Cloud-Portfolios von Cisco und Symantec integrieren – und im nächsten werden noch viele weitere Partner folgen. Über die Cloud-Services hinaus werden wir mittelfristig überdies auch unsere physikalischen und virtuellen Produkte und unsere Services in die Plattform integrieren, sodass Kunden schlussendlich das gesamte Lösungsportfolio aller Westcon-Comstor-Bereiche komfortabel über die Cloud beziehen können«, kündigt Westcon-Managerin Marianne Nickenig an.