Google und Co. auf der IAA 2017: IAA im Zeichen der Digitalisierung

Die Digitalisierung rückt auf der bevorstehenden IAA 2017 in den Fokus. Während IT-Riesen wie Google und SAP vertreten sind, bleiben einige Automarken – auch Tesla – der wichtigsten europäischen Automesse fern. Schuld ist auch die Digitalisierung.

(Foto: IAA)

Wenn in dieser Woche Angela Merkel Europas führende Automesse in Frankfurt eröffnet, werden auch einige Big Player aus der IT-Welt dabei sein. Denn neben PS-starken Luxuskarossen und futuristischen Konzeptstudien rücken dieses Jahr Digitalisierung und Mobilitätskonzepte der Zukunft noch stärker in den Mittelpunkt. Das Auto der Zukunft fährt nunmal vernetzt und automatisiert.

Einige der größten IT- und Tech-Firmen sind in Frankfurt deshalb prominent vertreten. Facebook-COO Sheryl Sandberg spricht auf der IAA-Eröffnungsfeier. Google schickt Carlo D’Asaro Biondo, President of Southern & Eastern Europe, Middle East and Africa Operations als Keynote-Speaker zur IAA Media-Night.

Mit der »New Mobility World« bietet die IAA zudem ein eigenes Format für alle neuen Player der Mobilitätswelt und bringt Innovatoren aller Branchen zusammen, die neue Lösungen, Technologien oder Produkte für die Mobilität von morgen und übermorgen entwickeln. In Halle 3.1 und im Freigelände sind über 250 Unternehmen und Organisationen vertreten, darunter auch Google, SAP und Qualcomm. Steve Mollenkopf, CEO des Chip-Giganten Qualcomm, reist als Keynote-Speaker an.

Weitere IT-Unternehmen auf der IAA sind beispielsweise BlaBlaCar, Harman, IBM, International Industries, Kaspersky, Merck, NXP, Siemens, Sony, Tomtom, die Telekom sowie die Daimler-Töchter Moovel, MyTaxi und Car2Go und die VW-Tochter Moia.

Neu ist auch das Messeformat »meConvention«, das heuer erstmals vom US-Veranstalter der South by Southwest (SXSW) und Mercedes-Benz organisiert wird. Die Konferenzveranstaltung soll dem gesellschaftlichen Diskurs über relevante Zukunftsthemen neue Impulse geben.

Die IAA ist mit rund 1.000 Ausstellern gut gebucht. Die Ausstellungsfläche umfasst knapp 200.000 Quadratmeter. Über 50 Pkw-Marken sind angemeldet, darunter die größten Automobilhersteller aus Europa, den USA und Asien dazu mehrere hundert Zulieferer. Einige große Automarken bleiben der IAA aber dieses Jahr fern, darunter Fiat, Nissan, Peugeot, Rolls-Royce, Volvo und auch Tesla.

Die Gründe dafür sind unterschiedlich, wie das Nachrichtenmaganzin »Der Spiegel« recherchiert hat. So wollen einige der IAA-Verweigerer ihre neuen Modelle den Kunden lieber auf eigenen Roadshows vorführen, auf denen keine Konkurrenzmarken die Aufmerksamkeit der Besucher abziehen. Auch die hohen Kosten für den Messeautritt spielten eine Rolle. Und nicht zuletzt die sinkende Bedeutung der großen Messen in Zeiten der Digitalisierung. Denn gerade die junge Generation informiere sich heute über neue Modelle lieber im Internet als auf einer Großveranstaltung.

Die 67. IAA läuft vom 14. bis zum 24 September 2017.