Business Software ERP: Die Seele des Unternehmens

ERP-Systeme nehmen eine zentrale Aufgabe in der Unternehmenssteuerung ein und beschäftigen sich so mit dem Innersten eines Unternehmens.

(Foto: adiruch na chiangmai - Fotolia)

ERP-Lösungen haben sich in den Firmen als zentrales Instrument der Unternehmenssteuerung etabliert. Sie machen Abläufe effizient, Aufgaben transparent, sei es im Finanzwesen, im Vertrieb, in der Materialwirtschaft oder in der Produktionsplanung. Nichts läuft mehr ohne sie. Und das Geschäft boomt. Laut des ERP-Barometers des Branchenverbandes Bitkom können Unternehmen aus der ERP-Welt auf ein profitables erstes Halbjahr 2017 zurückblicken. Demnach erzielten 69 Prozent der befragten Unternehmen steigende und 24 Prozent stabile Umsätze.

Allerdings geraten klassische ERP-Lösungen in der Industrie 4.0 vermehrt an ihre Grenzen, weil sie zu unflexibel sind. Viele Unternehmen wollen die im Industrial Internet of Things gewonnenen Daten in ihre ERP-Systeme integrieren. Dies ist aber aufgrund des limitierten Funktionsumfangs klassischer ERP-Lösungen oftmals nicht vollumfänglich möglich. Die Folge: Es entstehen Silos innerhalb des Unternehmens, indem IT-Systeme auf die IoT-Daten zugreifen, die nicht miteinander verknüpft sind.

Diese Barrieren lassen sich mit neuen ERP-Modellen überwinden, dabei spielt der Gang in die Cloud eine wesentliche Rolle: Industrieunternehmen ist es damit möglich, ihre existierenden ERP-Systeme über die Cloud mit anderen Applikationen zu verknüpfen. Durch diese Verbindung entsteht dann eine hybride ERP-Umgebung. Das wiederum versetzt die Verantwortlichen in die Lage, neue Geschäftsanwendungen im ERP-Bereich zu etablieren. Die Anwendungen brechen die Silos innerhalb der Unternehmensinfrastruktur auf, indem sie einen verbesserten Austausch der Daten bieten. Mitarbeiter, Partner und Lieferanten können mit den neuen Anwendungen flexibel interagieren, was zu wesentlich effektiveren Arbeitsprozessen führt.

ERP-Anbieter nutzen die hybriden ERP-Lösungen bereits, um neue Geschäftsmodelle zu etablieren. Hybride ERP-Modelle werden üblicherweise als Software as a Service angeboten, sprich ERP als Mietmodell. Solche SaaS-Systeme erlauben es den Unternehmen, aus verschiedenen ERP-Funktionen auszuwählen und nur den Umfang zu zahlen, den sie wirklich nutzen wollen. Daher haben neue, hybride ERP-Lösungen auch aus monetärer Sicht einen Vorteil gegenüber den traditionellen Lösungen, die meist über ein standardisiertes Lizenzmodell vertrieben werden, das eine Investition für die Anwender bedeutet.

Unternehmen, die sich mit dem Gedanken tragen, erstmalig ein ERP-System einzuführen, müssen bedenken: ERP-Projekte scheitern nicht selten. Die Gründe können vielfältig sein. Das System fällt möglicherweise zu klein aus und berücksichtigt aufgrund der im Vorfeld nicht erfassten Anforderungen nicht alle notwendigen Unternehmens-Prozesse. Ein überdimensioniertes System dagegen überfordert in der Konfiguration und im Betrieb die Organisation des Unternehmens und verursacht unnötige Kosten. Im schlimmsten Fall wurde die ERP-Lösung viel zu schnell und zu oberflächlich ausgewählt und erst im Tagesgeschäft zeigt sich, dass das System gar nicht dazu geeignet ist, die Prozesse im Unternehmen abzubilden und zu optimieren.

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