»Hey Cortana, open Alexa!«: Assistenten von Microsoft und Amazon freunden sich an

Microsoft und Amazon arbeiten bei ihren digitalen Assistenten zusammen. Alexa lässt sich künftig über Cortana ansteuern und umgekehrt. Beide sollen so von den Stärken des jeweils anderen Dienstes profitieren.

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Überraschende Meldung von Microsoft und Amazon: Die beiden Unternehmen, die mit ihren digitalen Assistenten Cortana und Alexa bislang nicht nur miteinander, sondern auch mit Apple und Google um die Vorherrschaft im Smart Home stritten, arbeiten künftig zusammen. Noch im Laufe des Jahres soll es möglich sein, Alexa über Cortana aufzurufen und umgekehrt. Was sich im ersten Moment vielleicht nicht allzu sinnvoll anhört, soll den Nutzern ein größeres Spektrum an Funktionen eröffnen. So hat Cortana ihre Stärken im Produktivitätsbereich, wenn es etwa darum geht, Besprechungen oder Termine zu planen, Aufgaben anzulegen und abzuarbeiten oder berufliche Mails durchzugehen – nicht zuletzt durch die enge Verknüpfung mit Office 365. Alexa wiederum tut sich mit Aufgaben im Consumer-Umfeld leichter, etwa Online-Einkäufen oder der Steuerung von Geräten des Smart Homes – auch weil hier zahllose Entwickler bereits sogenannte Skills beigesteuert haben und das Tätigkeitsfeld der Assistentin kontinuierlich erweitern.

Es werde mehrere erfolgreiche Digitalassistenten geben, jeder Zugriff auf eigenen Daten und verschiedenen Spezialfähigkeiten, erklärte Amazon-Gründer Jeff Bezos. »Gemeinsam werden sich ihre Stärken ergänzen und Kunden eine bessere und hilfreichere Erfahrung bieten.«

Microsoft zufolge soll sich unter Windows 10 Alexa bald via Cortana aufrufen lassen, bevor dann später der Cortana-Aufruf auch über die Alexa-App auf Android- und iOS-Geräten möglich sein wird. Die Integration in Amazon Echo, Echo Dot und Echo Show soll folgen.

Im Gespräch mit der New York Times erklärte Bezos, er habe bislang keinen Kontakt zu Apple und Google aufgenommen, um eine Integration mit Siri und Google Assistant anzuregen, er würde beide jedoch willkommen heißen. Microsoft-Chef Satya Nadella ergänzte, er hoffe, dass man die beiden Konkurrenten zumindest habe inspirieren können.

Bezos prophezeit, der primäre Assistent auf einem Gerät werde mit der Zeit smart genug, um Anfragen selbst an einen anderen Assistenten weiterzuleiten, der diese besser bearbeiten kann, sodass es bald keine verbale Aufforderung im Stile von »Hey Cortana, open Alexa!« mehr brauche.