CRN-Interview mit Daniel Fallmann, CEO von Mindbreeze: »Die Ressource Wissen gewinnt an Bedeutung«

Im Interview erklärt Daniel Fallmann, Gründer und Geschäftsführer von Mindbreeze, die Bedeutung von Daten und deren Auswertung für Unternehmen.

Daniel Fallmann, CEO von Mindbreeze
(Foto: Mindbreeze)

CRN: Welche Vorteile stecken für Unternehmen in der Auswertung von Daten und in der Verknüpfung von Wissen?

Daniel Fallmann: In Unternehmen werden jeden Tag viele Daten produziert – unabhängig von Größe und Branche. Für Unternehmen sind die Auswertung und das Verknüpfen von Daten schon längst von einem Nice-to-have zu einem Must-have geworden. Es ist notwendig, die richtigen Daten herauszufiltern, um Entscheidungsgrundlagen zu schaffen und daraus Handlungsrichtlinien abzuleiten. Erst eine sinnvolle Verknüpfung ermöglicht eine 360-Grad-Sicht auf alle relevanten Daten und offenbart das vorhandene Wissen zu einem Kunden, einem Produkt oder einem Projektstatus.

CRN: Wissen viele Unternehmen nicht, was sie wissen?

Fallmann: Tatsächlich trifft diese Aussage auf sehr viele Unternehmen zu. Bereits Siemens Chef Heinrich Pierer kam 1995 zu dieser Erkenntnis, als er bei einer Pressekonferenz in München sagte: »Wenn Siemens wüsste, was Siemens weiß, dann wären unsere Zahlen noch besser«. Sie kennen die typische Situation in unserer schnelllebigen Zeit: Mitarbeiter arbeiten mit Cloud-Speichern, internen Speichermedien, E-Mails und Fachanwendungen. Da kann es schon vorkommen, dass wichtige Informationen nicht rechtzeitig oder überhaupt nicht aufgefunden und damit oft auch nicht berücksichtigt werden.

CRN: Wie lassen sich mithilfe der vorhandenen Daten Unternehmensabläufe optimieren?

Fallmann: Mit den Daten alleine können noch keine Abläufe oder Prozesse optimiert werden. Erst wenn diese Daten entsprechend aufbereitet, analysiert, interpretiert und ihre semantischen Zusammenhänge und Abhängigkeiten richtig erkannt werden, verhelfen sie zur Optimierung gesamter Unternehmensvorgänge. Oft sind es nur kleine, nicht offensichtliche Details, die in einem Ablauf geändert werden müssen, um diesen effizienter zu gestalten. Intelligente Systeme sind in der Lage, diese Potenziale aufzuzeigen.

CRN: Wie sieht der Digital Workplace von morgen aus?

Fallmann: Bereits heute arbeiten Mitarbeiter häufig räumlich und zeitlich getrennt und müssen sich dennoch ständig intensiv austauschen und abstimmen. Es ist also notwendig, dass die Informationen fließen und sie sich über verschiedenste Kanäle und Medien hinweg digital austauschen können. »Digitale Nomaden« werden zunehmend in die Unternehmen drängen, daher braucht es geeignete Lösungen, diesen Personen rasch Zugang zu Informationen zu geben, aber nach Beendigung die Compliance-Richtlinien zu wahren und ihnen sämtliche Rechte zu entziehen.

CRN: Was bedeutet »Insight Engine« und welche Einsatzszenarien ergeben sich daraus?

Fallmann: Technologien, wie die von Gartner bezeichneten Insight Engines, kümmern sich im Grunde genommen darum, wie Daten schnellstmöglich gefunden und bestmöglich genutzt werden können. Aber sie sind viel mehr als Suchen und Finden. Es geht um das Verstehen von Informationen. Fragen wie »wer«, »wann«, »wo« und »was« können mithilfe dieser Technologien heute schon sehr gut im Kontext beantwortet werden. Dazu verhelfen NLP (Natural Language Processing) und NLQA (Natural Language Question Answering). Sie verstehen und interpretieren Textinhalte. Zudem sind Insight Engines in der Lage, den Bedarf des Benutzers korrekt zu ermitteln und zu verarbeiten.

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