CRN-Interview mit BIU-Geschäftsführer Felix Falk: »Computerspiele sind das sozialste Medium unserer Zeit«

Im Interview mit CRN spricht Felix Falk, Geschäftsführer des Bundesverbands Interaktive Unterhaltungssoftware, über die neuen Herausforderungen der Games-Branche in Deutschland und erklärt, warum der IT-Fachhandel dennoch ihr wichtigster Vertriebskanal bleibt.

(Foto: Dirk Mathesius / BIU)

CRN: Mehr Unternehmen, aber eine sinkende Zahl an Beschäftigten - Wie ist es aus Ihrer Sicht um die deutsche Games-Branche bestellt, Herr Falk?
Felix Falk: 2016 war ein herausforderndes Jahr für die deutsche Games-Branche. Einerseits mussten mehrere Unternehmen Arbeitsplätze abbauen. Grund hierfür sind vor allem der steigende Wettbewerbsdruck und die international leider nach wie vor kaum konkurrenzfähigen Rahmenbedingungen für die Games-Entwicklung in Deutschland, vor allem im Bereich der Finanzierung. Andererseits ist das Bedürfnis Spiele in Deutschland zu entwickeln, trotz der aktuell schwierigen Lage ungebrochen. Das zeigt die steigende Anzahl an Entwicklungsstudios.
Daher brauchen wir dringend eine moderne Medienförderung, die auch die Produktion neuer audiovisueller Medien wie Games unterstützt. Nur so bekommen die Games-Unternehmen aus Deutschland die Möglichkeit, nachhaltig zu wachsen und global wettbewerbsfähig zu sein.

CRN: In diesem Jahr wird erstmals Bundeskanzlerin Angela Merkel die Gamescom eröffnen. Sehen Sie darin ein Zeichen für eine wachsende Bedeutung der Branche in Deutschland? An welchen Stellen wäre die Politik gefordert, um deutschen Anbietern bessere Chancen zu ermöglichen?
Falk: Wir empfinden es als große Ehre und Anerkennung, dass Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel in diesem Jahr die gamescom eröffnen und am Rundgang teilnehmen wird. Ihr Besuch unterstreicht die Bedeutung der Games-Branche für den Kultur-, Digital- und Wirtschaftsstandort Deutschland. Ob Virtual Reality, Gamification oder 3D-Simulationen: Die Technologien der Games-Branche nehmen bereits heute eine zentrale Rolle bei der Digitalisierung und Vernetzung von Wirtschaft und Gesellschaft ein.
Deutschland braucht eine starke Games-Branche, um sich auch in der digitalisierten Wirtschaft eine Top-Position zu sichern. Daher müssen wir auch dringend die Rahmenbedingungen für die Games-Branche verbessern. Insbesondere braucht es eine Entwicklungsförderung wie sie unsere Nachbarn Frankreich, England oder Polen längst haben. Wichtig sind darüber hinaus auch der zügige Ausbau schneller Internetanschlüsse, die Umsetzung einer ganzheitlichen Reform des Jugendmedienschutzes und die Sicherstellung des Fachkräftebedarfs.

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