Deutschland wird zur Gamer-Nation: Neue Spiel-Regeln für den Handel

Die Zahl der Gamer in Deutschland wächst stetig, knapp die Hälfte aller Bundesbürger spielt zumindest gelegentlich. Doch um sich die neuen Zielgruppen zu erschließen, muss der Fachhandel neue Wege gehen und seine Beratungskompetenz ausbauen.

Spiele-Politik

Auch die Politik entdeckt das Thema für sich und schickt im Wahljahr zahlreiche Vertreter zur Gamescom
(Foto: Gamescom)

»Mit einem Jahresumsatz von rund 2,9 Milliarden Euro gehört der deutsche Markt für Gaming-Hardware und -Software zu den stabilsten Geschäftszweigen für den Handel. Jeder große Hersteller im IT-Channel hat eine eigene Gaming-Sparte aufgebaut«, bestätigt Hans-Jürgen Schneider, Vertriebsleiter von DexxIT, die anhaltend hohe Wichtigkeit des Themas für den Channel. Selbst die Politik sucht im Bundestagswahljahr die Nähe zu den digitalen Spielwelten. So eröffnet Bundeskanzlerin Angela Merkel in diesem Jahr etwa erstmals persönlich die Leitmesse Gamescom, die vom 22. bis 26. August in Köln stattfindet. Zudem wird es dort sogar das Format der »Wahlkampfarena« geben, in dessen Rahmen Generalsekretäre und andere wichtige Vertreter von CDU, SPD, Die Linke, Bündnis 90/Die Grünen und FDP die Positionen und Visionen ihrer Parteien für diesen Bereich der Digitalindustrie vorstellen und diskutieren.

Eine Diskussion, die dringend nötig ist. Denn trotz einiger guter Nachrichten droht die deutsche Games-Branche international den Anschluss zu verlieren. Zwar ist die Zahl der hier angesiedelten Games-Unternehmen nach einigen schweren Jahren zuletzt endlich wieder ganz leicht auf 521 gestiegen (+2 Prozent). Gleichzeitig ging aber die Zahl der Beschäftigten in der Games-Branche um fast ein Zehntel zurück. »Grund hierfür sind vor allem der steigende Wettbewerbsdruck und die international leider nach wie vor kaum konkurrenzfähigen Rahmenbedingungen für die Games-Entwicklung in Deutschland, vor allem im Bereich der Finanzierung«, erklärt angesichts dieser Nachrichten der neue BIU-Geschäftsführer Felix Falk gegenüber CRN.

Die klare Forderung der Branche an die Politik lautet daher, bessere Rahmenbedingungen zu schaffen. »Insbesondere braucht es eine Entwicklungsförderung wie sie unsere Nachbarn Frankreich, England oder Polen längst haben«, fordert Falk. Neben einer direkten Förderung der Produktion neuer audiovisueller Medien wie Games gehören dazu nach seinem Dafürhalten aber auch periphere Aspekte wie der Ausbau des Breitbandnetzes, die Ausbildung von Fachkräften sowie eine Reform des Jugendmedienschutzes.