Neuer Schub fürs Partnerprogramm: Talend stärkt indirekten Vertrieb

Der Big-Data-Spezialist will insbesondere den VAR-Channel ausbauen und den Anteil des indirekten Vertriebs verdoppeln.

Otto Neuer, VP Sales Central Europe bei Talend
(Foto: Talend)

Talend ist ein französisches Unternehmen, das 2005 gegründet wurde und aus dem klassischen ETL-Bereich kommt. Das steht für Extract, Transform, Load und ist ein Prozess, bei dem Daten aus mehreren unterschiedlich strukturierten Datenquellen in einer Zieldatenbank vereinigt werden. Vor einigen Jahren sei Talend noch eine reine Datenpumpe gewesen, seitdem habe sich sehr viel getan, so Otto Neuer, VP Sales Central Europe bei Talend im Gespräch mit CRN. Das Open-Source-Unternehmen ist vor einem Jahr an die Börse gegangen. »Der Börsengang hat einiges verändert. Auf der einen Seite bekommen wir mehr Nachfrage speziell von sehr großen Unternehmen, aber auch von großen Partnern und Beratungshäusern. Der Börsengang hat uns bei vielen auf den Monitor gebracht«, freut sich Neuer.

Talend habe in Deutschland eine Reihe von lokalen Partnern und arbeite auch mit globalen Unternehmen lokal zusammen, etwa mit Hadoop-Distributoren wie MapR, Cloudera und Hortonworks, aber auch mit den klassischen Cloud-Anbietern. Der Markt bewege sich deutlich in Richtung Multi Cloud, wobei Unternehmen unterschiedliche Cloud-Umgebungen einsetzten für unterschiedliche Aufgaben.

Im Channel-Bereich will Talend künftig mehr Ressourcen einsetzen und programmatisch mehr unternehmen. »Da waren wir nicht so intensiv unterwegs wie es vielleicht gut gewesen wäre«, bedauert Neuer. »Was wir wenig ausgeprägt haben, ist der klassische VAR-Channel. Da haben einige unserer Partner jetzt begonnen. Es geht darum, den Mittelstand und den gehobenen Mittelstand mit unseren Lösungen zu versorgen. Das ist einer unserer großen Wachstumsbereiche.« Heute liege der Anteil des indirekten Vertriebs bei etwa 25 Prozent, aber Talend wolle bis spätestens nächstes Jahr auf 50 Prozent kommen. »Wir geben zunehmend auch Kunden zur Betreuung an Partner ab.«

Vor einigen Jahren war Open Source noch bei vielen großen Kunden verpönt. Das hat sich sehr gewandelt. Talend spreche mit vielen Unternehmen, die in verschiedenen Technologiebereichen in Open Source gehen wollen, weil sie da viele Vorteile sähen, etwa durch die Communitys, die eine wichtige Quelle für Know-kow darstellten. »Wir haben circa drei Millionen Downloads unseres freien Produktes. Die Community ist ein wichtiger Kanal in den Markt für uns«, so der Vertriebschef. Die kostenlose Software könne dabei auch die Rolle eines »Appetizers« erfüllen. Talend habe über 250 kommerzielle Kunden im deutschsprachigen Raum, und in Deutschland habe das Unternehmen durch den Kauf von Sopera Zugang zu weiteren, teils sehr großen Kunden erhalten.

Im vergangenen Jahr sei man um die 50 Prozent gewachsen und werde das dieses Jahr auch wieder tun. »Wir wollen das Partnerprogramm aktualisieren und attraktiver machen und mehr investieren in Enablement und Training. Da wird einiges passieren«, verspricht Neuer. Er kritisiert, dass es in Deutschland extrem schwer sei, Spezialisten für Big Data zu finden. Da müsse mehr passieren im Ausbildungsbereich.