Parken in der Smart City: Das Parkhaus der Zukunft denkt und lenkt mit

Parken ist für die meisten ein Ärgernis – erst recht, wenn sie dafür ins Parkhaus müssen. Dunkel, alt und eng gibt es zwar immer noch, aber künftig wird vor allem smart geparkt.

(Foto: Andrey Popov - Fotolia)

Das Auto der Zukunft hat es nicht eilig. Aufreizend langsam biegt es um die Ecke, fährt im Schritttempo die Rampe in die erste Etage des Parkhauses hinauf, dann einmal bis ans andere Ende des Parkdecks. Dort steuert es ein freies Plätzchen an, lässt noch einen plötzlich auftauchenden Fußgänger vor sich über die Straße gehen und parkt dann in aller Ruhe und nahezu perfekt rückwärts ein – ohne Stress, ohne Schrammen und vor allem ohne Fahrer. Alleine einparken, das können Autos schon eine Weile ziemlich gut. In Stuttgart proben Ingenieure von Bosch und Daimler aber, wie ein Fahrzeug ohne Fahrer den ganzen Weg durch ein öffentliches Parkhaus findet. An der Einfahrt steigt man aus, das Auto fährt weg und parkt. Später kommt es zurück und man übernimmt wieder die Kontrolle.

Noch ist das Zukunftsmusik. Doch das Projekt lässt sich im Parkhaus des Stuttgarter Mercedes-Benz-Museums demnächst schon anschauen. »Das sind im Wesentlichen Technologien, die wir in unseren Fahrzeugen heute haben«, sagt Michael Hafner, der bei Daimler den Bereich Automatisiertes Fahren und Aktive Sicherheit leitet. Bosch steuert Sensor- und Kommunikationstechnik bei. Das Projekt soll vor allem demonstrieren, was schon möglich ist. Ein Entscheidender Punkt: Das Auto fährt nicht ganz allein, das würde es (noch) nicht schaffen. Gesteuert wird es von einem Zentralrechner im Parkhaus, der über eine Kommunikations-Schnittstelle zum Wagen dessen Parkassistenzsystem anspricht und so beliebig viele Autos gleichzeitig zu den freien Parkplätzen und wieder zurück dirigieren kann. Das Parkhaus der Zukunft denkt und lenkt mit.

Diesen Ansatz verfolgen auch andere, wenngleich immer noch selbst gefahren werden muss – »Smart Parking« ist das Stichwort. Apps auf dem Smartphone weisen den Weg, kleine Lämpchen über den Parkplätzen zeigen an, wo noch etwas frei ist. Den Knopf an der Schranke drücken und später mit Kleingeld am Automaten hantieren muss man häufig auch schon nicht mehr: Ein kleiner Transponder im Auto öffnet registrierten Kunden die Schranke beim Ein- und Ausfahren, bezahlt wird einmal im Monat. »Im Moment sind noch die meisten Kunden unbekannt. Das wird sich in Zukunft ändern«, sagt Tilman Kube vom Parkhaus-Betreiber Apcoa, der allein in Deutschland an mehr als 300 Standorten vertreten ist. Einen Mehrwert sieht er auch darin, dass etwa Firmen sich so die Abrechnung der einzelnen Parktickets ihrer Mitarbeiter sparen können.

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