Parken in der Smart City: Das Parkhaus der Zukunft denkt und lenkt mit

Parken ist für die meisten ein Ärgernis – erst recht, wenn sie dafür ins Parkhaus müssen. Dunkel, alt und eng gibt es zwar immer noch, aber künftig wird vor allem smart geparkt.

Parkhaus als Logistikzentrum

(Foto: Thomas Reimer - Fotolia)

Sven Lackinger und sein Team der Kölner Firma Evopark haben weitere Ideen für das Parkhaus der Zukunft. Für die Nacht zum Beispiel. »Der Betreiber muss sowieso das Licht brennen lassen«, sagt Lackinger. Also könne man den wertvollen Platz in den Innenstädten – bei Tag oft umkämpft, in der Nacht aber frei – doch auch sinnvoll nutzen. In einem vom Bund geförderten Modellprojekt – ebenfalls in Stuttgart – erprobt Evopark daher zusammen mit dem Start-Up Velo-Carrier und dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation ein Logistikzentrum. Die Idee: Freie Flächen in Parkhäusern werden in der Nacht genutzt, um Pakete von Transportern auf Elektro-Lastenfahrräder umzuladen, mit denen sie dann ausgeliefert werden. »Fahrräder brauchen möglichst zentrale Punkte«, sagt Lackinger. Ihre Stärken könnten sie nur in einem engen Radius wie in der Innenstadt ausspielen. Mit Logistik-Drehkreuzen vor der Stadt funktioniere das nicht. In der Stadt wiederum gebe es oft keinen Platz zum Umladen.

Wenn nun jedes Lastenrad ein Ticket an der Schranke ziehen müsste, würde es natürlich teuer. Aber das Preissystem in Parkhäusern wird sich ebenfalls wandeln, dynamischer werden, ist Lackinger überzeugt. Und auch das wird ausprobiert. »Was ist im Moment der faire Preis?«, sei dabei die zentrale Frage. Wenn man dann am Samstagmittag bei Regen ins Parkhaus will, dürfte die Nachfrage größer und der Preis damit höher sein als am Montagvormittag bei Sonnenschein. Damit ließe sich die Auslastung eines Parkhauses verbessern, Städte könnten das Prinzip aber auch zur Verkehrslenkung nutzen. »Es gibt eine sehr hohe Preiswahrnehmung«, sagt Lackinger und verweist auf die Feinstaub-Probleme in Stuttgart und Wege, den Autoverkehr mittels Parkhauspreis zu reduzieren. So könnten niedrige Stundensätze dafür sorgen, dass sparsame Autofahrer gleich gezielt die Parkhäuser ansteuern und nicht auf der Suche nach günstigen Alternativen durch die Innenstadt kreiseln. Durchgängig hohe Preise hingegen könnten sie ganz davon abhalten, das Auto zu nehmen.

Preise wie im Hotel also, wo Angebot und Nachfrage bestimmen, was draußen auf der Anzeigetafel steht? »Das wird beim Parken auch kommen«, sagt Kube. Generell verfolge Apcoa solche Themen nur dann, wenn sich darin ein Geschäftsmodell erkennen lasse – »wo wir sehen: damit verdienen wir in absehbarer Zeit Geld«. Das fahrerlose Parken sei daher zunächst eher kein Thema. Nachts etwas hinzu zu verdienen, sei dagegen wünschenswert - gemessen an den Einnahmen vom Tag aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein. »So viel kann da nachts nicht passieren.«

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