Anbieter von Cloud-Buchhaltung gekauft: Sage forciert den Gang in die Cloud

Für 850 Millionen US-Dollar übernimmt die britische Sage Group den amerikanischen Spezialisten für Cloud-Buchhaltungs-Lösungen Intacct.

Sage Headquarter in Newcastle, UK
(Foto: Sage)

Die britische Sage Group ist weltweit einer der größten Anbieter von Unternehmenssoftware für kleine und mittlere Unternehmen. Die Übernahme von Intacct, das auf Cloud-Buchhaltung ausgerichtet ist, erscheint auf den ersten Blick recht teuer, da das amerikanische Unternehmen in den vergangenen 12 Monaten gerade mal 88 Millionen Dollar erwirtschaftet hat. Auf der anderen Seite kommt der überwiegende Teil der Einnahmen aus Software-Abonnements, und der Umsatz wuchs zuletzt um ein Drittel. Außerdem ist Intacct ebenso wie Sage ein Partner von Salesforce.

Intacct ist im kalifornischen San José beheimatet und hat einige Tausend Kunden im nordamerikanischen Markt, der sowohl direkt als auch indirekt über Partner bedient wird. Die cloudbasierten Financial Management Solutions sollen alle finanziellen und operativen Belange bearbeiten, Prozesse automatisieren und sich mit bestehenden Lösungen kombinieren lassen.

Die Übernahme zeigt, dass Sage sowohl bei der Migration seiner Lösungen in die Cloud als auch im US-Markt vorwärts kommen will. Die Sage-Partner könnten nun ihr Cloud-Business ausbauen, und mittelfristig wolle Sage die SaaS-Buchhaltungslösung von Intacct auch außerhalb der USA anbieten, heißt es in einer Presseerklärung.

An der britischen Börse, an der die Sage-Aktien gehandelt werden, wurde die Nachricht von der Übernahme negativ aufgenommen. Der Kurs der Aktie drehte deutlich ins Minus. Der hohe Kaufpreis für Intacct wird auch als Eingeständnis gewertet, dass Sage es nicht geschafft hat, seine eigenen Kunden zum Wechsel auf die Cloud-Lösungen des Unternehmens zu bewegen.

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Kommentare (2) Alle Kommentare

Antwort von Alles_wird_ gut_? , 08:06 Uhr

Dem Kommentar von herbi-13 habe ich eigentlich nichts mehr hinzu zu fügen!

Wer wirklich glaubt, dass seine Daten in der Cloud sicher sind, muss halt seine Erfahrungen machen.

Eine Datensicherung ist für mich nur sicher wenn sie physisch getrennt gelagert wird und durch externe nur durch überwinden mechanischer, organisatorischer und Kryptographie Hindernisse überhaupt erreicht werden kann.

Man nennt dies Zugangskontrolle, Zutrittskontrolle, Zugriffskontrolle!

Wer diese einfachen Standard Regularien nicht berücksichtigt, handelt grob fahrlässig und muss gegebenenfalls sein Organisationsverschulden später verantworten.

Antwort von herbi-13 , 19:23 Uhr

Wie Dumm sind Menschen? Täglich liest man Nachrichten über gestohlene Passwörter, gehackte Konten, Angriffe auf Rechnernetze usw. usw. Wer in diesen Zeiten seine wichtigsten Firmendaten auch noch in die Cloud legt ist selber schuld!!! Jeder Rechner kann gehacked werden - auch mein eigener. Aber wenn ich die Befürchtung habe, dass jemand an meine Daten heran will, kann ich durch ziehen eines einzigen Steckers erstmal allen Datenklau unterbrechen. Der Cloudbetreiber ist verpflichtet meine Daten zu sichern - wieviele Kopien meiner Daten existieren eigentlich? Wo liegen sie? Hat jemand eventuell eine weitere Kopie erstellt? Das Kopieren der Daten auf meinem Cloudserver könnte ich eventuell noch bemerken - das Kopieren meiner, in der Cloud liegenden Datensicherung bemerke ich nicht mehr - Ein Hacker könnte mit dieser Kopie vollkommen unbemerkt "herumspielen". Im Internet gibt es keine Sicherheit! Auch die ganz "GROßEN" können Ihre Daten nicht schützen. Die Bundesregierung wurde gehacked, große Firmen, viel Cloudunternehmen, WIndparks, Alarmanlagen, Solaranlagen usw. usw. - also Leute ab in die Cloud - sie ist ja sicher!!!