Von wegen Vorurteilsfreie Technik: Wenn die KI eine chauvi­nistische Rassistin ist

Computer von morgen sind wie Menschen von heute: mit Stereotypen behaftete Rassisten. Weil dafür die Datengrundlagen verantwortlich sind, hilft auch noch so viel Rechenleistung nichts.

(Foto: phonlamaiphoto - Fotolia)

Nachdem Schachspieler schon vor Jahren die Überlegenheit von Computern anerkennen mussten, galt das asiatische Strategiespiel Go lange Zeit als letzte Brettspielbastion des Menschen, bei der er aufgrund strategischer Überlegungen der künstlichen Intelligenz überlegen ist. Bei Go werden eben nicht nur Varianten durchgerechnet, es wird auch geblufft, taktiert und mit Psychologie gearbeitet. Seit letztem Jahr ist es auch hier mit der menschlichen Überlegenheit vorbei. Dank Abermillionen von Partien, die die KI AlphaGo analysierte, gegen sich selbst spielte und wieder analysierte, machte die Software einfach keine Fehler. Und: Dadurch, dass sie immer gegen sich selbst spielte, entwickelte sie offenbar auch Zugfolgen, die bis dato noch kein Mensch entwickelt hatte. Auch wenn diese Züge auf ziemlich komplexer Mathematik statt auf Intuition basierten: Gewissermaßen hatte AlphaGo von Google ein eigenes Bewusstsein für Go entwickelt: Eine Entwicklung, die zugleich beeindruckend wie schockierend ist. Wenn neuronale Netze und maschinelles Lernen schon in der Anfangszeit ihrer Entwicklung das menschliche Leistungsvermögen in den Schatten stellen, werden wir dann von unserer eigenen Entwicklung auf allen Gebieten überholt?

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