Microsoft entschlackt Windows 10: Aus für Paint und Outlook Express

Microsoft hat eine ausführliche Liste von Anwendungen und Features veröffentlicht, die mit kommenden Updates wie dem Fall Creators Update aus Windows 10 gestrichen werden. Mit Paint betrifft das auch einen der ältesten Windows-Bestandteile.

(Foto: Pavel Ignatov - Fotolia)

Microsoft will in den nächsten Ausbaustufen von Windows 10 alte und überholte Programme und Features aus dem Betriebssystem entfernen und so den Code entschlacken. Eine detaillierte Liste der betroffenen Anwendungen hat Microsoft jetzt in einem Blogpost veröffentlicht, so dass sich betroffene Anwender rechtzeitig um entsprechende Alternativen und Anpassungen kümmern können. Demnach werden etwa schon mit dem Fall Creators Update im Herbst die 3D Builder App, Apndatabase.xml, das Enhanced Mitigation Experience Toolkit (EMET), die Reader App und Reading List, die als zu unsicher bezeichnete Verschlüsselung Syskey.exe, TCP Offload Engine, Tile Data Layer, Trusted Platform Module (TPM) Owner Password Management sowie auch Outlook Express komplett aus Windows 10 entfernt.

Während einige der Funktionen und Apps danach nicht mehr verfügbar sind oder wie EMET gar blockiert werden, verschiebt Microsoft andere als optionale Komponenten in den Store oder ersetzt sie durch andere Programme. So kann etwa die 3D Builder App künftig auf Wunsch noch manuell installiert werden, der Hersteller empfiehlt Nutzern aber die Alternativen Print 3D und Paint 3D. Als adäquaten Ersatz für Outlook Express bringt das Betriebssystem heute schon Windows Mail mit, statt Syskey.exe kann der Bitlocker verwendet werden. Die Reader App und Reading List werden ab Herbst endgültig integrierter Teil des neuen Browsers Microsoft Edge.

Mit den nächsten Schritten folgen dann weitere Anwendungen, deren Entwicklung bereits jetzt eingestellt wird oder schon länger ist. Das betrifft etwa IIS 6 Management Compatibility, IIS Digest Authentication, RSA/AES Encryption for IIS, System Image Backup (SIB) Solution, TLS RC4 Ciphers, Trusted Platform Module (TPM): TPM.msc and TPM Remote Management, Trusted Platform Module (TPM) Remote Management, Windows Hello for Business (unter Verwendung des System Center Configuration Managers) und Windows PowerShell 2.0. Darüber hinaus wird laut Microsoft mit Paint auch bald einer der ältesten Bestandteile von Windows beerdigt. Die Grafiksoftware war 1985 gleichzeitig mit Windows1.0 auf den Markt gekommen und wurde dann als fester Bestandteil in das Betriebssystem integriert.