Konzernweiter Stellenabbau: Microsoft Deutschland muss jede zehnte Stelle streichen

Die Anfang Juli von Microsoft-Chef Nadella angekündigte Restrukturierung hat auch Konsequenzen für Microsoft Deutschland. Hier soll rund jede zehnte Stelle wegfallen.

(Foto: Microsoft)

Der von Microsoft angekündigte Stellenabbau (CRN berichtete) trifft auch die deutsche Tochtergesellschaft. Wie die Wirtschaftswoche berichtet, dürften hierzulande rund 270 Stellen wegfallen. Das sind zehn Prozent der aktuell rund 2.700 beschäftigten. Das Blatt beruft sich bei seiner Meldung auf Unternehmenskreise. Betriebsbedingte Kündigungen soll es nicht geben. Die betroffenen Mitarbeiter sollen sich zwar intern neu bewerben können, der Großteil soll aber das Unternehmen verlassen. Für diese soll ein Freiwilligenprogramm mit Abfindungen von bis zu 2,2 Monatsgehältern pro Jahr Betriebszugehörigkeit gestartet werden.

In einer internen Mail von Anfang Juli, die ebenfalls der Wirtschaftswoche vorliegen soll, hatte Sabine Bendiek gegenüber den Mitarbeitern angedeutet, dass durch die Neuausrichtung im Gegenteil mehr Arbeitsplätze entstehen könnten. »Für uns in Deutschland bedeutet das, dass wir unsere gute Position mit zusätzlichen Ressourcen stärken«, zitiert das Blatt die Microsoft Deutschland-Chefin. Offenbar wurde die Führung hierzulande von der Entscheidung ebenfalls überrascht. Ein offizieller Kommentar von Microsoft Deutschland zu den Zahlen liegt bislang nicht vor.

Vor einer Woche hatte Microsoft angekündigt, dass die wachsende Wichtigkeit von Cloud-Angeboten in den kommenden Wochen zu einer Kündigungswelle führen werde. Insgesamt sollen demnach weltweit bis zu 3.000 Mitarbeiter entlassen werden. Die Kündigungen betreffen vor allem Angestellte aus dem Vertrieb, der damit um fast zehn Prozent verkleinert werden soll. Laut Microsoft wurden die betroffenen Mitarbeiter, von denen rund drei Viertel in Niederlassungen des Unternehmens außerhalb der USA tätig sind, diese Woche bereits über die Streichung ihrer Stellen informiert. Wie der Softwarekonzern betont, dient die Maßnahme nicht der Kostensenkung, sondern soll eine strategische Neuaufstellung des Vertriebs einleiten. Künftig will Microsoft dort vor allem auf Verkaufsprofis mit tiefgreifendem Wissen zu vertikalen Märkten setzen, mit dem diese größere Pakete verkaufen können. Die von den jetzt gekündigten Mitarbeitern bearbeiteten Kunden und Gebiete sollen dafür verstärkt die Partner übernehmen.

Kommentare (2) Alle Kommentare

Antwort von Thomas Mickeleit , 05:17 Uhr

Die Aussage von Sabine Bendiek, dass Microsoft Deutschland von dem Umbau profitiert, ist weiterhin richtig. Wir schrumpfen den Vertrieb nicht, sondern bauen ihn aus. Fragen hilft.

Thomas Mickeleit

Director of Communications

Antwort von Thomas Mickeleit , 05:17 Uhr

Die Aussage von Sabine Bendiek, dass Microsoft Deutschland von dem Umbau profitiert, ist weiterhin richtig. Wir schrumpfen den Vertrieb nicht, sondern bauen ihn aus. Fragen hilft.

Thomas Mickeleit

Director of Communications