Möglicherweise »Tausende Entlassungen«: Microsoft baut Vertrieb um

Verschiedenen US-Medienberichten zufolge strukturiert Microsoft seinen Vertrieb um, damit der Fokus künftig stärker auf dem Cloud-Geschäft liegt. Damit einhergehen könnten erneut umfangreiche Stellenstreichungen.

(Foto: Microsoft)

Zum Abschluss des Geschäftsjahres werden bei Microsoft häufiger interne Umstrukturierungen angekündigt, im vergangenen Jahr etwa der Abgang von Kevin Turner, der die Sales-, Marketing- und Service-Organisation des Unternehmens geleitet hatte. Seine Position wurde nicht neu besetzt, die Aufgaben unter verschiedenen Managern aufgeteilt – das Worldwide Commercial Business übernahm Judson Althoff, der die Microsoft-Mitarbeiter gerade über eine Neuaufstellung des Vertriebs informierte. Offiziell könnte das Ganze dann schon am Freitag werden, wenn Microsoft seine Jahresabschlusszahlen vorlegt.

Dem Wall Street Journal zufolge kündigte Althoff den Mitarbeitern einen stärkeren Fokus auf das Geschäft mit Großkunden sowie kleinen und mittelständischen Unternehmen an. Entlassungen wurden nicht erwähnt, doch das Wirtschaftsblatt will von einem Insider erfahren haben, dass die Umstrukturierungen mit Stellenstreichungen weltweit verbunden sind. Ziel ist es demnach, den Vertrieb stärker auf das Cloud-Business auszurichten und Microsoft besser als AWS-Konkurrenten zu positionieren. Althoff zufolge geht es auch darum, den Lösungsvertrieb zu stärken und »die richtigen Ressourcen für die richtigen Kunden zur richtigen Zeit« bereitzustellen.

Laut dem WSJ werden »die Entlassungen in die Tausende gehen«, was sich mit den Informationen von Techcrunch deckt. Dem US-Weblog zufolge werden die Vertriebsorganisationen für Enterprise-Kunden und SMB-Kunden im Zuge der Restrukturierungen zusammengelegt.

Gegenüber der Seattle Times hatte Althoff bereits im vergangenen Sommer bemängelt, der Verkauf von Cloud-Lösungen verlaufe stockend, weil sie wie ein weiteres Stück Software angeboten werden würden. Es sei die falsche Strategie gewesen, Azure im Stile von »Wollen Sie noch Pommes dazu?« zu verkaufen, kritisierte er. Unter Althoffs Ägide hatte sich Microsoft von diesem Ansatz verabschiedet. Die nun offenbar anstehenden Umstrukturierungen könnten der nächste Schritt sein, den Vertrieb stärker auf den Verkauf von Lösungen auszurichten – unabhängig davon, ob es sich um klassische Software, Cloud oder hybride Angebote handelt.