Serviceoffensive bei Systemhaus IT Sure: American Way of Business in Neu-Ulm

Alle Produkte in Dienstleistungen zu verwandeln: Dieser Weg wird kein leichter sein. Wie man ihn als Systemhaus beschreitet, weiß Manuel Staiger. Der amerikanische Kompass gibt dem Neu-Ulmer die Richtung vor.

SAP Business One Hana Edition

Von VAD Tim packetiertes rollendes Rechenzentrum: IT Sure setzt Hyperkonvergenz-Systeme von Dell ein (VxRail)
(Foto: CRN)

Typisch amerikanisch ist auch Staigers Wagemut. Seinen Pioniergeist frischt er nicht nur als Mentor für junge Unternehmensgründer an der kaum einen Steinwurf entfernten Hochschule Neu-Ulm auf. Er trimmt sein Systemhaus auch auf Effizienz und beschreitet neue Wege. Auf Knopfdruck Deckungsbeiträge für Services und einzelne Kunden in Echtzeit zu ermitteln, an einer solche BI-Lösung entwickelt er gerade selber mit. Zwar hat die Neumeier AG ihr ERP-System SAP Business One Hana Edition so noch nicht im Channel verkauft. Pilotkunde IT Sure hofft mit dieser speziellen Version noch profitabler zu werden. Auch Visoma, das neu von Mike Bergmann entwickelte Ticketsystem, soll dabei helfen. Die Einführung will Staiger demnächst angehen.

Geschicktes Marketing, gepaart mit amerikanischem Time to Market hat Staiger gelernt. Er besitzt aber auch feine Antennen, wenn er Kunden mit technischen Details langweilt. Speichererweiterung beispielsweise. »Ich habe schnell erkannt, dass der Kunden eigentlich nur so viel bezahlen wollte, wie er verbraucht«, erinnert sich der Wirtschaftsinformatiker an ein Beratungsgespräch. Aus der Überfrachtung und wohl auch Überforderung des Kunden entstand ein Produkt unter der geschützten Marke »Tekidon«. Das Tekidon-Datacenter stellt On-Premise-Ressourcen als Private Cloud zur Verfügung und wird nach tatsächlichem Aufwand abgerechnet. Entlehnt hat Staiger den Produktnamen aus dem japanischen »Tekidona«, was übersetzt »richtiges Maß« bedeutet.

Nicht ganz »Tekidona« war für die in den letzten Jahren stark expandierende IT Sure der Umsatz. Die Erlöse 2016 stagnierten auf Vorjahresniveau bei rund zehn Millionen Euro. Der Neubau, die Übernahme des langjährigen Projektpartners Netkom, die Neuaufstellung in Business Sparten, neues Vergütungsmodell, neue Vertriebsausrichtung in lokale Kunden rund um Ulm für Service-nahe Themen sowie in überregionales Projektgeschäft hat viel interne Ressourcen gebunden. Profitabel sei IT Sure dennoch geblieben, trotz hoher Investitionen – allein der Neubau habe drei Millionen Euro gekostet. »Es war kein leichtes Jahr. Wir haben im vierten Quartal umstrukturiert«, bilanziert Staiger.

2017 sieht es dagegen wieder gut. 11,8 Millionen Euro Erlöse stehen in Staigers Plan. Er geht davon aus, mit 12,5 Millionen abschließen zu können. Kommt nichts Gravierendes dazwischen, hilft der American Way of Business immer dem Optimisten über hohe Schwellen zu springen.