Software-Entwicklung: Die Digitalisierung ist softwaregetrieben

Ob vernetzter Kühlschrank, smarter Lautsprecher oder selbstfahrendes Automobil: Die Produkte der Zukunft definieren sich in erster Linie über die darin enthaltene Software, und ein wesentlicher Teil des Produktnutzens basiert darauf. Das verlangt schon in der Entwicklung völlig neue und flexible Herangehensweisen.

(Foto: Drobot Dean - Fotolia)

Software wird in den kommenden Jahren einer der zentralen Posten in den IT-Budgets der Unternehmen sein. Denn sämtliche Aspekte der digitalen Transformation beruhen auf Software – sei es Business Intelligence, Big Data oder IT-Security. Ohne die passende Software lässt sich nichts auswerten, nichts berechnen und nichts verkaufen. Hardware und Materialeigenschaften treten immer mehr in den Hintergrund. Software-Entwicklung wird somit ein zentraler Aspekt der klassischen Produktentwicklung, und in einer Welt der software-definierten Produkte lassen sich auch die Geschäfts- und Preismodelle serviceorientiert, kontextbasiert und personalisiert ausgestalten.

Ein sich seit geraumer Zeit abzeichnender Trend ist der zunehmende Einsatz künstlicher Intelligenz. Kaum ein Software-Hersteller gestaltet seine Lösungen noch ohne intelligente Funktionen. Daniel Kreuzhofer, Technical Evangelist bei Microsoft Deutschland, betont eine entsprechende Ausrichtung der Produktpalette: »Wir verstehen Microsofts Produkte wie Azure, Office 365 oder Dynamics 365 nicht nur als Infrastrukturen und Lösungen, sondern vor allem als Plattformen, auf denen Entwickler neue intelligente Lösungen für alle Geräte und Plattformen bauen können.« Darüber hinaus sei nach Ansicht von Microsoft eine Art Demokratisierung der IT von Bedeutung. »Für jeden sollen die Technologien verfügbar und nutzbar sein. Dieser strategische Aspekt in der Software-Entwicklung ist jenseits aller faszinierenden Lösungen für die Entwicklung intelligenter Anwendungen der wichtigste Trend.«

Für Dr. Stefan Sigg, Chief R&D Officer und Vorstandsmitglied der Software AG, rücken datengetriebene Geschäftsmodelle in den Fokus: »Geschäftsmodelle auf der Basis von neu gewonnenen Datenströmen, die durch Sensoren, Online-Nutzung oder andere digitale Kanäle gespeist werden. Man spricht auch von digitalen Gütern oder digitalem Öl, das es mit Software-Mitteln zu finden, zu fördern und zu veredeln gilt.« Dafür brauche man Experten mit Fähigkeiten in den Bereichen Middleware, Prozess-Management, API-Management, Analytics, Artificial Intelligence und Machine Learning.

Die Paketierung von Anwendungen in Containern und zugehörigen Cluster-Lösungen wie Kubernetes ist für Martin Rausche, Systems Engineering Manager bei VMware, ein zentrales Thema. Dazu kommt: »Im Rahmen von Microservices ist die Umsetzung von Security sowohl auf Applikationsbasis als auch im Betrieb der Anwendungsinfrastruktur ein zentrales Thema, das bei entsprechenden Schwächen von Implementierungen auch immer schnell pressewirksam deutlich wird.« Für Jochen Katz, Senior Product Manager bei Salesforce, spielt die Cloud eindeutig die wichtigste Rolle, da Software heute mobil, sozial vernetzbar und hoch innovativ sein müsse.

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