Beyond Capital Partners steigt bei Ebertlang ein: »Wir schalten jetzt den Turbo ein«

Ebertlang hat große Pläne: Akquisitionen, Internationalisierung, weiter hohes zweistelliges Wachstum, neue Hersteller, viele Neueinstellungen. Der neue Gesellschafter bringt mehr als nur das Kapital mit, mit dem der VAD auf die »nächste Stufe« steigen will.

Anti-Heuschrecke

Beyond Capital Partners – der Name des neuen Ebertlang-Gesellschafters ist Programm. Die Beteiligungsgesellschaft aus Frankfurt am Main bringt mehr als nur Kapital mit. Mehr als die Rendite zählt für die lange Jahre im Beteiligungsgeschäft agierenden Manager die längerfristige strategische Entwicklung der Portfoliounternehmen. »Uns fehlt die Erfahrung mit Übernahmen. Die ergänzt das Management unseres neuen Gesellschafters hervorragend und kann so mache Türen öffnen«, sagt Lang.

Rund 50 Ventures standen auf einer Shortlist, man habe in den letzten zwölf Monaten mit rund einem Drittel auch gesprochen. Danach waren sich Steffen Ebert und Volker Lang im Klaren, dass Beyond Capital Partners der richtige Partner für ihr Unternehmen ist. Zumal die Frankfurter alles andere als die berühmt-berüchtigten Heuschrecken sind, die es in der Beteiligungsszene nicht selten gibt. Die Anteile an Ebertlang werden nämlich einem Fonds zugerechnet, an dem sich so genannte Familiy-Offices beteiligen. Das sind Industriellen-Familien, die nicht von kurzfristigen Renditen getrieben sind, sondern meist einen längeren Anlagenhorizont und ein größeres Verständnis für den unternehmerischen Aufbau eines mittelständischen Unternehmens mitbringen.

Außerdem ist Beyond Capital Partners schon in der deutschen Distribution investiert. Seit vergangenem Jahr ist auch Sysob ein Portfoliounternehmen der Frankfurter. »Es gibt durchaus Berührungspunkte«, sagt Ebertlang-Manager Ebert.

Verborgene Champions groß machen
Neben der geografischen Expansion soll auch die Zahl der Hersteller im Portfolio steigen. Mit Solarwinds MSP (ehemals Logicnow/Maxfocus) hat Ebertlang einen der Marktführer für RMM-Lösungen neu gezeichnet. Weitere Software-Hersteller sollen folgen. Der Distributionsvertrag mit Solarwinds MSP ist für Ebertlang eher untypisch und dürfte der Logik folgen, an diesem dominanten Hersteller einfach nicht vorbeizukommen, will man in Wetzlar Systemhäusern besondere Expertise im Aufbau von Managed Services bieten. Die Stärken von Ebertlang liegen eher darin, verborgene Champions unter den Infrastrukturherstellern im Channel groß zu machen. »Das ist ein steiniger Weg, aber er lohnt sich«, sagt Steffen Ebert.

In den USA wird der studierte Jurist fündig. Dort ist er im Software-Channel bestens vernetzt und dort gibt es noch jede Menge innovative Softwarehersteller, die technologisch für Systemhäuser außerhalb der USA sehr interessant sein dürften, die aber um die Barrieren einer Expansion nach Deutschland wissen.
Bereits in zwei Wochen dürfte VAD Ebertlang einen neuen Herstellerpartner präsentieren, den dann 14 Lösungsanbieter. Es wird nicht der letzte Hersteller sein, den Ebertlang für den IT-Channel entdeckt. Parallel dazu wird auch die Liste der offenen Stellen bei Ebertlang länger. Allerdings mit Augenmaß. Man wolle schließlich profitabel wachsen und nicht zu schnell das Konzept eines »echten Value-Added- Distributors« verwässern, sagt Lang selbstbewusst.

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