»Windows 10 S« und »Surface Laptop«: Microsoft will den Bildungsbereich erobern

Microsoft hat eine Variante von Windows für den Bildungsbereich vorgestellt. »Windows 10 S« läuft auf dem ebenfalls präsentierten neuen »Surface Laptop« von Microsoft sowie den Notebooks von Herstellerpartnern.

(Foto: Microsoft)

Mit einer besonderen Variante des Windows-Betriebssystems und dazu passenden Notebooks aus Eigenproduktion und von seinen Hardware-Partnern steigt Microsoft gegen Googles Chrome OS und das Chromebook in den Ring.

»Windows 10 S« soll besonders bei Sicherheit und Leistungsfähigkeit punkten. Alle Anwendungen werden aus dem Windows Store geladen, wo sie auf Sicherheit überprüft und anschließend lokal in einem separaten und sicheren Container ausgeführt werden. Das soll im Klassenzimmer ein schnelles Anmelden an den Geräten und höchste Performance ermöglichen. Von großer Bedeutung ist hier vor allem der Education-Bereich in den USA, da dort der Einsatz von Notebooks und Tablets weit verbreitet ist. Deutschland hinkt in dieser Hinsicht weit hinterher. Das »S« im Namen soll für »secure« und »superior performance« stehen.

Windows 10 S hatte anfangs den Codenamen Windows 10 Cloud, hat aber rein gar nichts mit der Cloud zu tun und läuft folglich auch offline. Auch ist es technisch gesehen keine abgespeckte Version, sondern vielmehr eine besondere Konfiguration von Windows 10 Pro. Auch mit dem gefloppten Windows RT hat Windows 10 S nichts zu tun. Dieses war als Billig-Windows-Variante für Geräte mit ARM-Prozessoren konzipiert. Allerdings gilt für die neue Variante auch, dass nur Programme aus dem Windows Store installiert werden können. Zwar laufen auch Win32-Programme auf dem Bildungs-Windows, sie müssen aber zuvor für den Windows Store angepasst werden. Microsoft nennt diesen Vorgang Centennial Bridge oder auch Desktop Bridge. Die Begrenzung auf den Windows Store preist Microsoft als Zugewinn für die Sicherheit, da alle Anwendungen von Microsoft verifiziert sind und über eine sichere Quelle an die Nutzer ausgeliefert werden. Wenn eine gewünschte App im Store nicht zur Verfügung steht, dann bekommt der Nutzer automatisch Alternativen angeboten. Wie es mit zertifizierten Treibern aussieht, bleibt abzuwarten. Microsoft gibt an, dass Peripherie-Geräte wie Drucker und Scanner, die mit Windows 10 funktionieren, auch unter Windows 10 S laufen, wenn auch mitunter mit verminderten Funktionen.

Wer die Beschränkungen von Windows 10 S nicht hinnehmen will oder Programme benötigt, die nicht im Store enthalten sind, der kann Windows 10 S in ein vollwertiges Windows 10 Pro umwandeln. Allerdings ist dies eine Einbahnstraße und der entgegengesetzte Weg funktioniert nicht. Auch lässt sich die Umwandlungsmöglichkeit deaktivieren, damit sie von Schülern nicht durchgeführt werden kann. Die Umwandlung ist bis Ende des Jahres kostenlos und soll danach 49 Dollar kosten.

Microsoft betont, dass den Nutzern von Windows 10 S die vollwertigen Programme wie Office 365 inklusive des gesamten Umfangs aller gewohnten Funktionen von Microsoft Word, Excel, One Note, Powerpoint und weitere Anwendungen zur Verfügung stehen. Zwangsweise dabei sind die Suchmaschine Bing und der Browser Edge. Zwar lassen sich Alternativen installieren, nicht aber die Standardanwendungen ändern, so dass etwa beim Aufruf einer HTML-Seite immer Edge startet, auch wenn Chrome oder Firefox installiert sind. Windows 10 S unterstützt zudem nur den Beitritt in Azure-AD-Domains. Klassische lokale Domänen bleiben der Pro-Version vorbehalten. Mobile Device Management (MDM) und Bitlocker sind dagegen enthalten.

Windows 10 S soll schneller einzurichten sein, wobei Schulmitarbeiter einen neuen Wizard nutzen können. Letztlich entsteht so ein USB-Stick zur Vorinstallation von Windows 10 S in der zuvor angepassten Form. Hinzu kommt eine spezielle Version von Windows Intune, mit der Bildungseinrichtungen die Systeme im Schulalltrag verwalten und aktuell halten können. Für Firmenkunden, die oft Spezialsoftware benötigen, ist das System eher uninteressant.

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Kommentare (1) Alle Kommentare

Antwort von Michael , 09:36 Uhr

Das wird nicht klappen, Schulen wollen keine Systeme die so sehr eingeschränkt sind und nicht abhängig von MS sein. Alles aus dem Windows Store …

Da kann man gleich ein Chromebook nehmen.

Die Größte Frechheit ist aber das HTML Links im Standard immer über Edge geöffnet werden. Es ist kein Cloud Gerät, ist ist nur ein kastriertes Windows.

Gehyped wird es nur weil es von MS kommt und die Presse aktuell nichts anderes zu berichten hat. Viele Wege die MS geht finde ich bedenklich. Office im Abo, Online Konto aufzwängen mit Tricks.

Denkt nicht das Windows 10 kostenlos war, aktuell bezahlt ihr mit euren Daten, in 1 bis 3 Jahren bezahlt ihr für jedes "Creators Zwangs Update" 20-40€ per Microtransaktion und das Online Konto wird Pflicht.

Den selben Fehler wie mit Windows XP und teilweise Windows 7 und Long Time Support wird MS für den Privat und Kleinfirmen Anweder mit der Professional Version nicht mehr machen.