Ulbel & Freidorfer unterm Bechtle-Dach: »Einer der größten Systemintegratoren in Österreich«

Selbst Wiener haben es in Graz sehr schwer, Geschäfte zu machen, ganz zu schweigen von deutschen Systemhäusern, sagt ein Kenner der dortigen IT-Szene. Bechtle hat lange gezögert, doch nun haben die Schwaben einen lokalen Player im Süden Österreichs gefunden.

Otmar Freidorfer und Martin Klock, Geschäftsführer, Ulbel & Freidorfer GmbH, mit Robert Absenger, Geschäftsführer, Bechtle IT-Systemhaus Österreich. (von links nach rechts)
(Foto: Bechtle)

Nach Wien und Linz mit der kürzlich übernommenen Smartpoint IT Consulting ist Bechtle nun auch in Graz präsent. Deutschlands größtes Systemhaus hat Microsoft-Goldpartner Ulbel & Freidorfer aus Graz gekauft. Der IT-Spezialist mit rund 40 Mitarbeitern konzentriert sich vor allem auf Outsourcing, Client-Dienste sowie Collaboration-Lösungen. Vergangenes Jahr setzte Ulbel & Freidorfer rund 23 Millionen Euro um. Wichtigste Herstellerpartner sind Microsoft (Gold- und Silber-Status), höchste Zertifizierungen besitzen die Grazer auch bei Dell sowie Samsung. Für letzteren Hersteller sei Ulbel & Freidorfer eigener Aussage zufolge größter Partner in Österreich.

Wie bei Bechtle-Übernahmen üblich, bleiben die Geschäftsführer an Bord. Otmar Freidorfer und Martin Klock werden das 1989 gegründete Systemhaus weiter leiten. Für Bechtle war sicher auch ein Grund für die Kaufentscheidung, dass Ulbel & Freidorfer ein »sehr etablierter Produktlieferant für Österreichs Behörden« sei, wie es heißt. Außerdem muss man im sehr speziellen Markt Österreich auf lokale Player setzen, will man auch im Süden der Alpenrepublik im Systemhausgeschäft reüssieren. »Selbst Wiener haben es in Graz sehr schwer, Geschäfte zu machen, ganz zu schweigen von deutschen Systemhäusern«, skizzierte der damalige ACP-Chef Stefan Csizy gegenüber CRN die regionalen Empfindlichkeiten in Österreich. Unbestrittender Platzhirsch dort ist die ACP-Gruppe - Bechtles größter Widersacher in Österreich.

Mit Bechtles Neuerwerbung Ulbel & Freidorfer setzen die Schwaben also auf ein »eingespieltes Team und gut ausgebildete IT-Fachkräfte« in der Region Steiermark und in Kärnten, sagt Robert Absenger, Geschäftsführer Bechtle IT-Systemhaus Österreich. Der Manager trägt die Verantwortung für aktuell 130 Mitarbeiter an den Bechtle-Standorten in Wien, St. Pölten, Graz, Innsbruck und Götzis. Und er gibt in Richtung des Wettbewerbs schon einmal die Stoßrichtung vor: »Gemeinsam mit Ulbel & Freidorfer entsteht einer der größten Systemintegratoren im österreichischen Markt«, steckt Absenger schon einmal das Terrain ab.

»Die Entscheidung zum Schulterschluss mit Bechtle ist eine Weichenstellung für eine nachhaltig positive Zukunft. Für unsere Kunden und Mitarbeiter bedeutet sie Stabilität, Sicherheit und eine Erweiterung des Angebotsspektrums«, begründen Freidorfer und Klock den Verkauf von Ulbel & Freidorfer an das deutsche Systemhaus.

Übersicht