Management-Buy-out: Syska ist wieder eigenständig

Der Karlsruher Hersteller von Finanzsoftware hat sich vom Mutterkonzern Sage gelöst und steht nun wieder auf eigenen Beinen.

Angelika Benes, Geschäftsführerin von Syska
(Foto: Syska)

Syska wurde 1992 gegründet. Geschäftsidee war die Entwicklung und Vermarktung einer Finanzbuchhaltungs-Software für das damals noch junge Microsoft Windows. Im Jahr 2005 erfolgte der Verkauf von Syska an die Bäurer GmbH, um mit diesem strategischen Investor und dessen ERP-Kunden weitere Kundenkreise zu erreichen.

Die Syska GmbH ist dann im Zuge der Akquisition der Bäurer GmbH im Jahr 2006 Teil der Sage-Familie geworden. Dennoch wurde die Marke auch in den letzten elf Jahren als eigenständiger Brand weitergeführt. Dies lag unter anderem daran, dass etliche Mitbewerber von Sage die Syska-Produkte als OEM-Versionen oder White Label Produkte bezogen und weiterverkauft haben. Um diese Partner nicht zu verlieren, wurde daher auf eine Integration der Marke Syska in Sage bewusst verzichtet.

»Bei der Akquisition der Bäurer GmbH war Syska kein Kerntarget und für Sage strategisch nicht sonderlich bedeutsam. Für Sage bietet der Verkauf der Syska GmbH die Möglichkeit, sich zukünftig noch besser auf das Wachstumsgeschäft mit deren Cloud- und on Premise-Lösungen und den Ausbau des Subskriptionsgeschäftes konzentrieren zu können«, so Angelika Benes, Geschäftsführerin von Syska.

Für die Kunden und Partner ergäben sich durch die Eigenständigkeit von Syska keine wesentlichen Änderungen. Der Vertrieb der Syska-Produkte erfolgte wie bisher über Partner wie Systemhäuser und Integratoren. Das Produkt- und Serviceangebot bleibe bestehen, aber ein Vorteil sei, dass Entscheidungen schneller getroffen werden könnten. Als eigenständiges Unternehmen könne man die Marke stärken und Investitionsentscheidungen schneller und unabhängig von Konzernabhängigkeiten tätigen.

»Die Entscheidung ist der richtige Schritt zur richtigen Zeit. Mit dem Management-Buy-out können wir uns künftig voll auf die DACH-Region fokussieren, in welcher aber auch etwa eine englischsprachige Oberfläche immer wichtiger wird, die bislang den internationalen Sage-Produkten vorbehalten war. Auch die Mitarbeiter stehen hinter dem Management-Buy-out, da diese die kürzeren Entscheidungswege gut finden und ebenso in einem mittelständischen Unternehmen mehr bewegen können als in einer vergleichsweise kleinen Konzern-Tochtergesellschaft«, so Benes weiter.

Die Partnerverträge blieben bestehen und bestehende Partnerschaften würden weiter gepflegt. Die Spezialisierung auf Fibu- bzw. Rechnungswesen würde fortgeführt und die Produkte Syska Euro Fibu und Syska ProFI in den nächsten Jahren weiterentwickelt. USP der Syska-Produkte sei die nahtlose Integrierbarkeit in andere Softwarepakete, wie ERP- oder Branchenlösungen, so dass hier weitere Partner und OEMs gewonnen werden sollen, die ihr Angebot vervollständigen, durch leistungsstarke Fibu-Lösungen attraktiver machen, oder eine alte Fibu ablösen wollen.

Schwerpunkt soll das klassische Lizenzgeschäft mit Wartung sein, worauf die Partner nach einer überschaubaren Qualifikation einen umsatzabhängigen Rabatt erhalten. Syska will prüfen, ob alternativ auch Miet- und Subskriptionsmodelle angeboten werden sollen.