Offensive für Office 365 ProPlus: Microsoft drängt Office-Nutzer in die Cloud

Mit neuen Tools für einen einfacheren Wechsel sowie der Abschaltung einiger Cloud-Dienste wie Skype und OneDrive for Business in den Standalone-Versionen will Microsoft den Druck auf Unternehmenskunden erhöhen, auf Office 365 ProPlus zu wechseln.

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Microsoft möchte mehr Unternehmenskunden dazu bringen, das Cloud-Angebot Office 365 ProPlus zu nutzen. Um den Anreiz für einen solchen Wechsel zu erhöhen, hat der Softwareanbieter jetzt einige wichtige Neuheiten und Änderungen angekündigt. Dazu gehört beispielsweise, dass der Zyklus für große Feature-Updates mit Windows 10 synchronisiert wird und entsprechende Pakete jeweils im Halbjahresturnus erscheinen, ab dem sie dann jeweils für 18 Monate unterstützt werden. Die Cloud-Version bekommt dann immer zuerst die neuesten funktionalen Updates und Features, andere Versionen wie die klassischen Kauf-Pakete folgen später oder müssen auf Erweiterungen verzichten. Um den Business-Kunden die weit verbreitete Angst vor Kompatibilitätsproblemen bei einem Wechsel in die Office-Cloud zu nehmen, werden ihnen ab sofort neue Assessment-Tools zur Verfügung gestellt, mit denen sie mögliche Probleme bereits im Vorfeld identifizieren und gemeinsam mit Microsoft und den Partnern lösen können. Zudem soll es neue Services zum Monitoring von 365 ProPlus und den angebundenen Anwendungen geben. Microsoft selbst verspricht gleichzeitig mehr Zeit und Aufwand zu investieren, um bei neuen Releases die Kompatibilität mit den wichtigsten Anwendungen von Drittherstellern sicherzustellen.

Neben diesen, eher den eigenen Wechselwunsch der Unternehmenskunden unterstützenden Neuerungen, übt Microsoft an anderen Stellen direkten Druck auf sie aus. So wurde etwa angekündigt, dass vom Herbst 2020 an höhere Systemanforderungen für die Nutzung der Office 365-Services gelten. Ab dem 13. Oktober 2020 wird für den Einsatz aller Office 365-Dienste entweder eine entsprechende Office 365 ProPlus-Lizenz oder eine Standalone-Version vorausgesetzt, die sich noch im Zeitraum des Mainstream-Supports befindet. Da dieser zu diesem Stichtag jedoch für das aktuelle Office-Paket 2016 endet, müssen Unternehmen also entweder in die Cloud migrieren, oder sich die bis dahin erscheinende neue Version kaufen – falls es eine geben wird. Andernfalls stehen ihnen auch einige essentielle Business-Dienste wie Outlook sowie Skype und OneDrive for Business nicht mehr zur Verfügung. Als Notlösung können sie dann nur noch die Consumer-Versionen von Skype und OneDrive in der Verknüpfung mit Office einsetzen, oder seine Office-Server, -Pakete und -Dienste als reine lokale On-Premise-Versionen betreiben.

Mit diesem Einschnitt macht Microsoft die Office-Kauflizenzen für Unternehmen ab 2020 deutlich unattraktiver und geht einen großen Schritt in Richtung Cloud Only. Microsoft geht davon aus, dass die Unternehmen mit diesem Zeitrahmen genügend Vorlauf haben und begründet die Änderungen mit einer verbesserten Sicherheit und Kompatibilität für die Firmenkunden.