Gastkommentar: Digitalisierung braucht kompetente Partner

Für die meisten Firmen ist die digitale Transformation nicht allein zu stemmen, so Stefan Bucher, operativer Leiter der IT-Division von T-Systems. Sie bräuchten innovative Lösungsanbieter als Partner und keine Produktlieferanten.

Stefan Bucher, operativer Leiter der IT-Division von T-Systems
(Foto: T-Systems)

Die deutsche Wirtschaft befindet sich im Umbruch: Alles, was sich digitalisieren lässt, wird digitalisiert. Und was vernetzt werden kann, wird vernetzt. Dass nicht jeder auf sich alleingestellt die digitale Transformation bewältigen kann, haben auch die Unternehmen erkannt. Laut Bitkom-Umfrage ist es bereits bei fast vier von fünf (78 Prozent) von ihnen zu einer Zusammenarbeit mit Partnern aus klassischen Branchen oder der Digitalwirtschaft gekommen.

Mich überrascht das nicht. Schließlich erfordert die Digitalisierung nicht nur die Anwendung neuer Technologien, sondern auch das nötige Transformations-Know-how. Außerdem ist angesichts des rasanten Wandels die Umstellung der firmeneigenen IT für die allermeisten Unternehmen nicht alleine zu stemmen. Daher ist es durchaus sinnvoll, auf enge Kooperationen mit erfahrenen Partnern zu setzen.

Während Sektoren wie Industrie, Dienstleistung und Landwirtschaft über spezifisches Wissen zu Kunden, Märkten und die eigenen Prozesse verfügen, unterstützen ICT-Provider mit geeigneten Transformationsservices, so wie T-Systems zum Beispiel mit »Cloudifier«.

Die Rolle der ICT-Provider hat sich allerdings verändert: Heute sind keine reinen Produktlieferanten mehr gefragt, sondern vollwertige Geschäftspartner, die den digitalen Wandel als eine Art Sparring-Partner aktiv mitgestalten. Denn nur die enge Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und ICT-Providern ermöglicht es, innovative Ende-zu-Ende-Lösungen zu entwickeln. Doch gerade bei der exportstarken deutschen Industrie besteht hier noch Nachholbedarf: Laut Bitkom liegt hier das Kooperationsniveau mit 71 Prozent noch deutlich unter dem im Handel (81 Prozent) und bei den Dienstleistern (80 Prozent). Damit Deutschland aber auch in der Industrie 4.0 eine Führungsrolle einnimmt, muss die Branche gegenüber solchen Kooperationen noch offener werden.