Virales Burger-Marketing: Der sprechende Whopper

Während Burger King mit seinem Versuch, den Google Assistant für seine Zwecke zu missbrauchen grandios gescheitert ist, zeigen der Oberste Führer Nordkoreas Kim Jong-un und die CRN, wie es richtig geht.

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Der Versuch von Burger King, sein Markenzeichen mit einem vermeintlich besonders schlauen Video viral zu bewerben, ist gehörig in die Hose gegangen. Am Ende des Clips »Connected Whopper« wurde der Satz »OK Google, was ist der Whopper?« eingebaut, der von Google-Geräten als Sprach-Aufforderung zur Recherche verstanden wurde und die Nutzer direkt auf die Wikipedia-Seite zum König der Burger führte. Diese hatte die Marketing-Abteilung der Burgerbrater-Kette zuvor ihrer Intention entsprechend mit allerlei Infos zu den besonders gesundheitlich wertvollen Bestandteilen des »beliebtesten Burgers Amerikas« präpariert. Einerseits war es natürlich clever, die von vielen Sicherheitsexperten kritisierte Schwachstelle der digitalen Assistenten zu nutzen, welche die Stimme ihrer Besitzer nicht von fremden Anfragen unterscheiden können. Andererseits war es auch ein großer Fehler, die Netzgemeinde nur für ähnlich smart wie die eigenen Bratlinge zu halten. Innerhalb kürzester Zeit hatte diese den Wikipedia-Eintrag derart verändert, dass dort nun zu lesen war, der Whopper bestünde aus Rattenfleisch und sei unter anderem mit abgeschnittenen Fingernägeln garniert. Auch Google selbst reagierte prompt und sperrte nach einigen Stunden die Stimme des Schauspielers aus dem Video für die entsprechende Anfrage.

Immerhin hat Burger King damit also gezeigt, dass es Google durchaus möglich wäre, die Spracherkennung besser zu personalisieren. Zudem hat die Kampagne auch andere Meinungsmacher auf die Idee gebracht, die Assistenten auf ähnlichem Wege für ihre Zwecke einzusetzen. So will Kim Jong-un die in allen Städten und größeren Siedlungen Nordkoreas vorhandenen Straßenlautsprecher sowie das staatliche Rundfunk- und Fernsehprogramm künftig dazu nutzen, alle fünf Minuten Fragen wie »OK Google, warum ist unser Oberster Führer der Sexiest Man Alive?« abzuspielen. Da nur einer den entsprechenden Eintrag in der »Kimpedia« ändern darf, ist die zu erwartende Wirkung besser als jede antikapitalistische Firewall.

Und auch die CRN selbst arbeitet bereits mit Hochdruck an einem eigenen Meta-Sprachassistenten namens »Steinbeißer«. Dieser reagiert automatisch auf typische Superlative und Marketing-Phrasen wie »Marktführer«, »erfolgreicher Cloud-Marktplatz« und »Negativwachstum« in Präsentationen und Pressekonferenzen und gibt einen Sprachbefehl an Amazons Alexa, Apples Siri, Googles Assistant und Microsofts Cortana aus, die Webseite crn.de zu öffnen, um die Fake-Informationen dort sofort mit einem objektiven Fakten-Check entlarven zu können.